denn heute hat das Projekt MALEFIZ-HAUS eine ganz wichtige Hürde genommen - ich behaupte sogar: zwei wichtige Hürden.
In den vergangenen ca 10 Tagen haben wir in vielen Diskussionen und Modellen eine konkrete Vision entwickelt, wie so eine Ausstellung wirklich aussehen könnte.
Ich möchte mich also vor allem bei den Leuten ganz herzlich bedanken, die hier in meiner Küche sitzen und sich am Telefon oder im WWW stundenlang mit mir über die verschiedenen Aspekte der Ausstellung, des Films, etc unterhalten und mir somit geholfen haben, dieses Projekt zu entwickeln.
Aus einem dieser Meetings hatte sich damals, durch eine ganz banale Beobachtung eines Freundes, der genaue Standort des MALEFIZ HAUSES errechnen lassen - und sonst sind es manchmal Bücher, Links, Fotos und weitere Kontakte die wieder neues Material liefern.
Bitte schickt mir weiter Alles, was Euch zu diesem Thema einfällt.
Trotzdem war gerade mein letzter Aufenthalt in Bamberg ein echter Haupt-Gewinn für dieses Projekt, denn ich habe mehrere wichtige Menschen kennen gelernt, bzw. wieder getroffen, die maßgeblich für die Umsetzung verantwortlich sein könnten.
Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Karin Dengler Schreiber, die mit ihrem gestrigen Artikel ein wichtiges Ausrufezeichen gesetzt hat: erstmals wurde den Lesern des FRÄNKISCHEN TAGS in kurzen Worten mitgeteilt, was da evtl schon bald auf die Stadt Bamberg zu kommt.
Damit ist die öffentliche Diskussion eröffnet - mal sehen, was die die Leserbrief-Seite des FT in den nächsten Wochen so liefern wird. Doch viel wichtiger ist, dass wir nun schon bald in eine konkrete Phase eintreten können - Projektierung, Finanzierung und Marketing einer Ausstellung, die es so nicht gegeben hat.
Es sind noch knapp 200 Tage ...
Dienstag, 12. Februar 2008
Mittwoch, 16. Januar 2008
Gute Nachrichten aus Wien
Das ist ein Kupferstich der den Reichshofrat in Wien darstellt.An genau 15 Sitzungstagen hatte sich das höchste Gericht des heiligen römischen Reiches mit der Inquisitionspraxis im Fall Bamberg auseinanderzusetzen.
Alle Angaben zu den 15 Sitzungstagen wurden aus den Originalakten der reichshofrätlichen Resolutionsprotokolle gewonnen und in einem Buch verarbeitet, das von Frau Dr. Britta Gehm herausgegeben wurde:
Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung
Nach unserer Korrespondenz mit Frau Dr. Eva Ortlieb vom Haus-, Hof- und Staatsarchiv wissen wir jetzt, dass es keine weiteren Akten in Wien gibt, die nicht in diesem Buch abgehandelt werden ...
Donnerstag, 10. Januar 2008
18 Seiten Konzept fertig ...

und auf den Weg gebracht ... Schlussendlich ist dieser Plan mal wieder "generell unmöglich" - "viel zu wenig Zeit" - "blödsinnige Zeitverschwendung", etc. etc.
Kann schon sein, dass es knapp wird - aus eigener Erfahrung kann ich darauf aber nur Eines antworten: wenn es 1987 möglich war, dass wir in 220 Tagen (mehr waren es nicht) eine private Rundfunkstation (Fun Boy Radio 88.5 mHz) mit anfänglich 32 Mitarbeitern und 3 Studios in Bamberg "installiert haben" - dann behaupte ich: es muß möglich sein, diese Aufgabe zu lösen.
Da ich bis jetzt nicht einen Cent verdient habe - und ich im Gegenzug dazu ein paar Tausend Stunden mit dieser "Geschichte" verbracht habe - stellt sich wirklich die Frage, warum ich mir diesen "Schuh anziehe"?
Aber da wir ja noch knappe 9 Monate Zeit haben, wird der Leser dieses Blogs schon noch mitbekommen, warum es - zumindest für mich - im M oment keinen interessanteren Job geben kann, als die verschwundene Geschichte meiner Heimatstadt zu erforschen ...
Eines der letzen technischen Probleme ist für mich seit gestern gelöst, denn APPLE hat endlich seine neuen MAC PRO WORKSTATIONS vorgestellt: damit wird es uns möglich sein die gewünschten Animationen und Kameraflüge um, und in das MALEFIZ HAUS in photorealistischer Qualität (HDTV 1920) zu produzieren.
Der Rechner wird in 2 Wochen geliefert und dann kanns von unserer Seite aus losgehen ...
Bis dahin gibts mal aussnahmsweise kein historisches Bild zum Thema, sondern einen kleinen Einblick in das OPTIMOOD STUDIO - so heisst diese Location hier im Fachjargon ...
... das Konzept wird Bamberg also die nächsten Tage erreichen ...
Mittwoch, 2. Januar 2008
Der 4-Punkte Plan für das Jahr 2008

wird gerade ausgearbeitet - das Grobkonzept steht und da es eine feste Deadline gibt (der Tag des offenen Denkmals findet in diesem Jahr am 14. September statt) wird das gesamte Projekt genau auf dieses Datum ausgerichtet - das ist der definierte Starttermin.
Der 4-Punkte Plan umfasst folgende Maßnahmen
> VORTRAG zum TAG des offenen Denkmals
> Ausstellung zum Thema
> Website
> Dokumentarfilm
Einzelheiten und beteiligte Institutionen werden hier in Kürze bekannt gegeben.
Link zur DEUTSCHEN STIFTUNG DENKMALSCHUTZ:
http://www.tag-des-offenen-denkmals.de/thema
Dienstag, 18. Dezember 2007
Weihnachten und das Hexenhaus

In den ca 54 Monaten in denen im Malefizhaus "gearbeitet" wurde, gab es ja bestimmt auch so eine Art Alltag, der an den kirchlichen Feiertagen mit ziemlicher Sicherheit abgeändert wurde.
In den Kapellen wurden spezielle Gebete zur Geburt Jesu Christi verlesen und vielleicht gab es während der Feiertage auch so etwas wie eine "FOLTERPAUSE". Es ist wohl nicht davon auszugehen, dass es ein richtiges Festessen gab, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Gefangenen für ein paar Tage ein wenig besser behandelt wurden, als im Rest ihrer Folterhaft.
Trotzdem wussten die Gefangenen wohl seit dem ersten Tag ihrer Inhaftierung, dass sie den Inquisitionswahnsinn im HEXENHAUS nicht überleben würden, und obwohl es laut dem Aufrissplan von 1628 minestens sechs Heiz-Öfen im Erdgeschoss und im ersten Stock gegeben hatte, war das Leben in den 26 Einzelzellen sicherlich kalt, feucht und stinkend.
Dutzende unschuldiger Bamberger Bürger "feierten" so also an mindestens 4 Weihnachtsfesten (1627-1631) ihr letzes Weihnachten, unschuldig eingekerkert in dunkle Zellen, auf dreckigem Stroh liegend in ihren eigenen Exkrementen, mit faulenden Wunden, kahlgeschoren, entehrt und gedemütigt und brutal gefoltert .... .
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Wie umfangreich nun die Aufarbeitung dieser Bamberger Katastrophe wird - das hängt von einer Handvoll Menschen ab, die das schwierige Thema gemeinsam im Jahr 2008 anpacken wollen.
Ich bin wirklich optimistisch, dass es UNS dann gemeinsam gelingen kann, die Gründe und die Abläufe der Bamberger Inquisitionsgeschichte komplett aufzuarbeiten: mit wissenschaftlicher Akribie und mit vollem Engagement.
Diese Aktion wird dem Ansehen der Stadt Bamberg gut zu Gesicht stehen - alles andere wäre wirklich unter dem Niveau einer Stadt, die eine wirklich einmalige Geschichte hat - im Guten, wie im Bösen.
Wer immer sich also berufen fühlen sollte, die Wahrheit über UNSERE HEIMATSTADT kennenlernen zu wollen - der sei hiermit herzlich eingeladen mitzuhelfen und die Aktion zu unterstützen. Es kann hier nicht im persönliche Eitelkeiten oder parteipolitische Klüngeleien gehen - sondern es geht um die Basis einer gemeinsamen Tradition - das ist unsere Kultur und unsere Geschichte - und deshalb freue ich mich sehr auf die Zusammenarbeit mit allen Institutionen und wünsche allen Lesern dieses Blogs
ein frohes Fest und ein spannendes Jahr 2008.
Dienstag, 4. Dezember 2007
Die Angst der Inquisitoren

manifestiert sich in dieser Zeichnung, die eine Angeklagte im Hexenhaus zeigt. Diese Frau ist mit einem massiven Geschirr aus Ketten und Eisen sitzend auf einem Holzblock dargestellt. Ihre Fussfesseln sind mit einer Kette an dem Geschirr befestigt, dass seinerseits widerum an einem Haken mit der Wand verbunden ist. Damit die "HEXE" nicht trotzdem entfliehen kann, ist ihr Oberkörper in einer Art Harnish aus Metall eingepackt.
Hintergrund: Der Vorwurf gegen diese Angeklagte lautete auf "Buhlschaft mit dem Teufel" - man befürchtete also wirklich, dass sich der Teufel nachts seine Geliebte wieder zurück holen wollte. Um dies zu verhindern, wurde die Angeklagte eben fest mit der Wand des Hauses verbunden und musste so - wahrscheinlich jede Nacht - bis zu ihrer Hinrichtung in diesem Harnish und in dieser Haltung leiden. Man muss sich selbst einmal vorstellen, wie und ob man eine einzige Nacht unter diesen Umständen erleben würde.
Dennoch zeigt sich an diesem Beispiel wie die Bürger der Stadt und ihre Scharfrichter in dem von der Obrigkeit veranlassten Hexenwahn lebten und diese Horrorgeschichten auch wirklich glaubten.
In eigener Sache: wer ganz unten den Butto ATOM-FEED abonniert, bekommt alle weiteren Posts in diesem Blog automatisch als E-Mail Nachricht geschickt - das mäßt sich - natürlich auch nur mit einem Mausklick - auch jederzeit wieder de-aktivieren.
Sonntag, 2. Dezember 2007
Das Verhörprotokoll des Bürgermeisters Junius

Das Bamberg Protokoll ist ein weiteres Puzzleteil aus der Bamberger Geschichte und findet sich auf der Website des HISTORICUM NET
genau wie der PDF DOWNLOAD des Kassibers von Johannes Junius (Bamberg Kassiber Transkription ), den er während seiner Folterhaft im Hexenhaus im Jahr 1628 verfasst hat.
In der gesamten Geschichte der katholischen Inqusition gibt es nur eine Handvoll erhaltener Original-Kassiber von Menschen, die als Hexer oder Zauberer noch die Möglichkeit hatten, sich mitzuteilen - bzw. deren Briefe dann auch als Akten erhalten wurden.
Man kann ja lediglich spekulieren, warum ausgerechnet der Bürgermeister Johannes Junius es geschafft hatte, zwei Seiten Papier, eine Feder und ein Tintenfass im Hexenhaus zur Verfügung gestellt zu bekommen: lag es eventuell daran, dass dieser Mann, der der Stadt mehr als 20 Jahre als Ratsherr und fünf mal als Bürgermeister gedient hatte, besonders beliebt war und deshalb einer der Gefängniswärter etwas tat, was ihn in die Gefahr brachte ebenfalls als Hexenhelfer angeklagt und bestraft zu werden?
Tatsache ist: Bürgermeister Junius schrieb diesen zweiseitigen Brief mit gefolterten Händen - deshalb die krakelige Schrift - dennoch ist das Papier des Original-Briefes (welches im Staatsarchiv in Bamberg liegt) weder zerknittert noch beschmutzt. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass dieser Brief auf einem Tisch geschrieben wurde, was gleichermaßen bedeuten würde, dass die Zellen im Erdgeschoss (die ja größer sind als die im ersten Stock) mit einem Tisch und einem Stuhl ausgestattet waren. Sonst wäre es Johannes Junius wohl auch kaum möglich gewesen, einigermassen gerade zu schreiben - den Text dieses Briefes können Sie hier genauso herunterladen, wie die 4 Fotografien des Original-Briefes aus dem Staatsarchiv Bamberg: (http://www.murphys-outlaw.com/de-rjk/personen-de.html).
Beim Recherchieren bin ich dann auch auf eine weitere Zeichnung eines unbekannten Künstlers gestossen, die eine Original-Szene aus dem Hexenhaus darstellt!
Um dieses Bild in Netz zu laden, muss ich aber erst meinen neuen Scanner aktivieren... Das Problem: das neue LEOPARD Betriebssystem von APPLE ist soooo neu, dass es für den Scanner noch keine Treibersoftware gibt ...
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