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Samstag, 8. Oktober 2016

TEEREN & FEDERN


2013 hatten die roten Männla bereits ein anderes "new home"


An die verehrten Kunstfreunde, die edlen Spender und Sponsoren von „MEETING“.

Normalerweise könnte es mir absolut Stulle sein, wenn ein paar „Kulturfreunde“ ein modernes Kunstwerk kaufen und in meiner Heimatstadt aufstellen. Allerdings werden im vorliegenden Fall ein paar Grenzen überschritten - und dazu habe ich dann doch ein paar Takte zu sagen.

Der chinesische Bildhauer Wang Shugang hat „MEETING“ extra für den G-8 Gipfel (deshalb acht Figuren) in Heiligendamm im Jahr 2007 konzipiert.

Allerdings konnte sich damals kein Käufer für das Kunstwerk begeistern und so wurde gestern in Bamberg letztendlich nichts anderes als ein kultureller Ladenhüter feierlich der Öffentlichkeit übergeben.

Dazu kommt, dass „MEETING“ selbst in Bamberg nicht den geforderten Preis von 240.000 Euros erzielen konnte - da musste der Besitzer Alexander Ochs schon mal 82161,50 Euro Rabatt gewähren. 

Ähnlich erfolglos waren bereits die vorausgegangenen Akquisitionsversuche in Vancouver (2011) in Melbourne (2013) und in Perth, so dass Meeting auf dem internationalen Kunstmarkt längst als „verbrannt“ gegolten hat.

Das in Bamberg als „Meisterwerk der modernen Kunst im öffentlichen Raum“ angepriesene Oeuvre ist bei näherer Betrachtung leider nicht der versprochene große Wurf. Sonst wäre es wohl auch in London, New York und Paris ausgestellt worden. Wang Shugang ist demnach auch keiner der „heissen Kunstimporte aus China“ sondern eher ein Bildhauer aus der zweiten Reihe.

Auch das kann mir ziemlich egal sein - aber es gibt eine Komponente, die es - wie immer - in keinen der aktuellen Zeitungsartikel und Kommentare geschafft hat: ich protestiere dagegen, dass „MEETING“ ausgerechnet auf dem Rasen des Schönleinplatzes installiert wurde.

In unmittelbarer Nähe wurden dort der größte Teil der über 1000 Menschen verbrannt, die man ungerechterweise als Hexen und Zauberer angeklagt und verurteilt hatte. Zusätzlich wurden viele der meist weiblichen Opfer an diesem Platz grausam gequält und verstümmelt. Ihnen wurden die Brüste mit glühenden Zangen zerrissen (bis zu 15 mal bei einem Opfer), Hände abgehackt und die allerwenigsten wurden gnadenhalber vor der abscheulichen Verbrennung öffentlich geköpft. 

Bis zum Jahr 2008 (Tag des offenen Denkmals) waren diese Tatsachen absolut unbekannt, denn die Täter, sprich die katholische Kirche, hatte es über Jahrhunderte geschafft, die grausamste Epoche dieser Stadt perfekt zu vertuschen. 

Spätestens seit den offiziellen „Hexenwochen“ im Jahr 2012 erfuhr man dann öffentlich in Bamberg welche Form von Justizmorden sich hier ereignet hatten - zumindest wenn man kein kulturbehinderter Geschichtsanalphabet ist. 

Das ist der Grund weshalb ich vehement gegen die Aufstellung von „MEETING“ an diesem historischen Platz protestiere. Meinetwegen kann man die Installation an einer anderen Stelle (vor dem Erzbischöflichen Palais, vor der Brose-Zentrale oder sonst wo) aufstellen … aber eines Tages werden diese bedeutungslosen Sitzchinesen vom Brandplatz der katholischen Inquisition wieder entfernt werden - da halte ich jede Wette.


Wang Shugang - abstracted


Bis dahin hätte ich zwei Fragen an den Künstler: 

Lieber Wang Shugang. 

Hat man Sie eigentlich darüber informiert, das sich im 17ten Jahrhundert ein europaweit einmaliges Massaker an Frauen, Männern und kleinen Kindern abgespielt hat - genau an dem Platz, an dem jetzt Ihre Statuen stehen.

Was sagen Sie zu der Tatsache, oder interessiert es Sie gar nicht, in welchem Umfeld Ihre Kunst wirken soll? 

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Seit dem Jahr 2005 habe ich den eingeschlagenen Kurs der Aufklärung niemals verlassen - viel Zeit und Geld in diese Kampagne investiert und gelte selbst bei meinen Feinden als ausgesprochen hartnäckiger Kämpfer. 

Es existieren im Aktenbestand der lokalen Archive knappe 900 Namen von Opfern - abgeglichen mit dem aktuellen Telefonbuch von Bamberg, könnten bis zu 1200 Bamberger Familien einen potentiellen Vorfahren haben, der im 17ten Jahrhundert von der katholischen Kirche gefoltert und verbrannt wurde. Genau auf dem Schönleinsplatz, auf dem jetzt die acht chinesischen Skulpturen hocken. 

Es mir vollkommen scheissegal, ob ich mich mit diesem Post eventuell strafbar mache, aber ich verspreche Euch eines: WÜRDE DER NAME MEINER FAMILIE AUF DER FOLGENDEN OPFERLISTE STEHEN, DANN WÜRDE ICH EINEN ODER ALLE DER ROTEN RASEN-MÄNNLA EIGENHÄNDIG TEEREN UND FEDERN - und zwar so oft, bis man die Message begreift und die Dinger an einem anderen Ort aufbaut. 



Bis dahin empfinde ich die aktuelle Installation als einen Affront gegen den gesunden Menschenverstand und werde auch weiterhin öffentlich dagegen opponieren. 

Es ist schon traurig genug, dass überhaupt ein „gebildeter Mensch“ auf die Idee gekommen ist, dieses Kunstwerk dort aufzustellen …

Noch ist Bamberg stolze UNESCO-Welterbestadt … aber es ziehen bereits dunkle Wolken auf am Kulturhorizont ...  Vor drei Wochen wurde im geschützten Welterbe ein Vorfall aus dem Jahr 2006 angezeigt, der sich mit der illegalen Vernichtung historischer Bausubstanz aus dem 13ten Jahrhundert befasst. Das könnte böse ausgehen für die verklärten Freunde des kulturellen Welterbes. Dresden lässt grüssen.

Wer mehr über diese und andere unbequeme Wahrheiten über die „Traumstadt der Deutschen“ erfahren möchte, dem empfehle ich mein neues Buch: HEXENPUNK - Wie aus der Traumstadt der Deutschen der Schrein des Grauens wurde. 

Seit dem 3.Oktober bei AMAZON.com erhältlich als E-Book und Paperback. 




Mittwoch, 9. März 2016

SPOTLIGHT - Boston und / oder Bamberg - Die Blaupause


Wird der beste Film des Jahres auch in Deutschland zum Ende der Vertuschung führen? 

Ob es nun wirklich an dem preisgekrönten Film von Thomas McCarthy liegt, kann man nicht zuverlässig sagen, aber da dieser Film schon am 6. November 2015 in die US-Kinos kam, liegt der Verdacht auf der Hand.

Wie in der filmischen Vorlage ereigneten sich auch in Deutschland hunderte von Fällen, in denen sich pädophile Geistliche (meistens Angehörige der katholischen Religion) jugendliche Opfer in den Reihen von Internaten, Schulen und dergleichen suchten und missbrauchten.

Wie in „SPOTLIGHT“ liegen diese Fälle von Kindesmißbrauch meistens Jahre bzw. Jahrzehnte zurück und viele der Täter sind bereits verstorben oder in Pension. Deshalb ist eine juristische Strafverfolgung in den meisten der Fällen nicht mehr möglich.

Aber jetzt geht es um die Opfer - meistens männlich - die großteils noch am Leben sind und die mit Erinnerungen leben müssen, die sie teilweise schon seit langer Zeit verdrängt hatten.

Und es geht vor allem um die Frage, in welchem Ausmaß und warum die kirchlichen Behörden niemals zu einer bedingungslosen und vollständigen Aufklärung der Verbrechen bereit waren. Es wurde prinzipiell immer nur das zugegeben, was man auf Grund der Aktenlage, bzw. Beweise nicht mehr abstreiten konnte.

Auch die Presse hat versagt, denn oftmals wurden die Aussagen von Opfern in Frage gestellt, anstelle die Täter zu verhören. Generell wurde offensichtlich immer zuerst den Tätern geglaubt und die Opfer wurden durch diese Haltung ein weiteres Mal verhöhnt und verletzt. Selbst offizielle Anzeigen der Opfer wurden oftmals negiert - im Film SPOTLIGHT, wie im reellen Leben. 

Doch jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Ein großer deutscher öffentlich-rechtlicher Fernsehsender hat eine nationale Investigativ-Sondereinheit gegründet, die sich landesweit mit den Vorwürfen beschäftigen wird, die man bis dato nicht oder unzureichend untersucht hat. 

Erstmals werden Journalisten, die keinerlei örtlichen Bezug zum lokalen Klerus haben, recherchieren. Das minimiert die Gefahr, dass diese Journalisten einen Erzbischof interviewen, den sie im Tagesgeschäft wegen anderen Angelegenheiten befragen müssen.

Das ist mMn neu in Deutschland … da hat sich das wahre Leben erstaunlicherweise an Hollywood orientiert …

Ausschlaggebend für diesen Schritt war anscheinend die kürzliche Aufdeckung von mindestens 231 Fällen, die sich in den Reihen der Regensburger Domspatzen ereigneten ( aktuell sind es schon mehr als 700 Anzeigen ) … und das sechs Jahre nachdem die katholische Kirche angeblich TABULA RASA in den eigenen Reihen gemacht hatte und alle Fälle angeblich aufgeklärt wurden.

Umso erfreulicher ist es, dass das schwierige Thema nun erneut aufgenommen wird.

Kommen wir jetzt nach Bamberg: Die lokale „juristische Sachlage“ sind lediglich die sechs Fälle, die dem ehemaligen Domkapitular und Leiter des Ottonianums Otto Münkemer im Jahr 2010 angelastet wurden. Dieser lebt mittlerweile in Pension und damit war der Tatbestand Missbrauch von Kindern in der Domstadt mit den sieben Hügeln nach Außen erledigt.

Weiterhin vertuscht wurden und werden immer noch die Fälle - wir behaupten, dass es sich im hunderte von Taten handelt - die sich während der Amtszeit von Präses Dr. Dr. Theodor Kehrbach und Direktor Seifried im Aufsessianum ereignet hatten.

Allein bei der Ferienfreizeit im Jahr 1970 wurden alle teilnehmenden Kinder (etwa 30 bis 40) einer „manuellen Geschlechtskontrolle“ vom Präses Dr. Dr. Kehrbach unterzogen. Auch die Sportveranstaltungen im Aufsessianum liefen immer nach dem gleichen Schema ab: alle Kinder wurden nach dem Sport zum Duschen - natürlich nackt - geschickt und der Präses duschte ebenfalls mit seinen „kleinen Wackern“ oder auch „den Nacktfröschen“, wie er sie gerne nannte - ganz natürlich duschte er ebenfalls nackt.

In einer Stadt, in der es nur ein einziges Leitmedium gibt, an dem die katholische Kirche, wie in Bamberg auch noch Anteilseigner ist, arbeiten nur Journalisten, die man als handverlesen oder als handzahm bezeichnen darf. Von ihnen ist erst dann Hilfe zu erwarten, wenn bereits eine landesweite DPA-Meldung zum Thema aus dem Ticker gelaufen ist. 

Es war innerhalb unserer Schule, bzw. in Bamberger Insiderkreisen immer ein offenes Geheimnis, dass es in jedem dieser Internate Geistliche gab, die sexuelle Handlungen untereinander und/oder mit einigen Schülern vollzogen … und das über Jahre hinweg. Das waren mit Sicherheit keine Einzelfälle - sondern systematische Mißbrauchshandlungen, die innerhalb der Internatsleitung unmöglich unbekannt sein konnten

Allein im Fall der Ferienfreizeit Oberitalien im Jahr 1970 waren ALLE TEILNEHMER zur Privatinspektion ihrer Geschlechtsteile allein mit dem Präses in einem Zimmer … deshalb gibt es ja allein aus dieser Aussage „einen ganzen Schulbus voller Opfer“. Diese Ferienfreizeiten wurden darüber hinaus jedes Jahr veranstaltet  … 

Ich war wegen meiner evangelischen Religionszugehörigkeit wahrscheinlich der einzige „Nicht-Katholik“ der jemals an so einer Ferienfreizeit teilgenommen hat …  

Wir hoffen, dass sich nun auch die Opfer melden, die bis dato niemals den Mut hatten, sich der Öffentlichkeit anzuvertrauen. Es geht in erster Linie um männliche Opfer - Alter zwischen 40 und 65 Jahre - bitte sehen Sie sich SPOTLIGHT im Kino an - und entscheiden Sie danach, ob Sie sich melden.

Was nun in den kommenden Monaten ans Tageslicht kommen wird .. man darf gespannt sein.

Samstag, 19. September 2015

Die Dokumentation zum BRANDMAL 2015



Das folgende Zitat stammt aus der Rede der 1. Vorsitzenden des Bürgervereins Bamberg Mitte, Frau Sabine Sauer: Die „Hexenverfolgung“ in Bamberg – sie war tatsächlich bis vor wenigen Jahren ein vergessener Teil der Stadtgeschichte.

Vielen Bambergern ist es bis heute nicht bekannt – aber: Bamberg war der Ort, an welchem vor allem in den Jahren 1612 bis 1630 die größte deutsche „Hexenverfolgung“, wohl die größte in Europa überhaupt, stattfand. 

Unsere Dokumentation wird erstmals die gesammelten Medien der Jahre 2007 bis zur Enthüllung des Mahnmals zeigen … die Geschichte eines vertuschten Massenmordes … der sich in den Mauern dieser wunderschönen Stadt abspielte und der nur deshalb so lange "unter dem Deckmantel Traumstadt der Deutschen vor sich hin moderte", weil sich in Bamberg kein lokaler Historiker mit der katholischen Kirche anlegen wollte. 

Es gibt keine spannendere Geschichte über das historische Bamberg zu erzählen!

Wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen genauen Sendetermin vorhersagen - aber wir werden rechtzeitig bekannt geben, wann es soweit ist - u.A. auf diesem Blog und auf FB.

Samstag, 12. September 2015

Es kann nur eine Wahrheit geben … Entscheiden Sie selbst.

Der Text des neuen Hexen-Mahnmals enthält u.a. folgenden Satz:

„Seit 180 Jahren sind diese grausamen Vorgänge Gegenstand der historischen Forschung und in der Erinnerung der Menschen.“

Dagegen stelle ich einen Screenshot der offiziellen Webseite der Stadt Bamberg, die in dieser Form von 2003 bis November 2012 als einzige digitale Informationsquelle für Millionen von Bamberg Fans in aller Welt diente. 



Man möge es mir erklären … aber für mich stellt sich das so dar, dass in diesen 9 Jahren  eine banale „1000-Jahr Feier“ oder der „direkte Autobahnanschluss“ wichtigere historische Ereignisse waren, als der 1000 fache Massenmord der katholischen Inquisition im 17ten Jahrhundert, denn der wurde ja bis Ende 2012 offensichtlich komplett negiert - da war Bamberg übrigens schon 19 Jahre UNESCO-WELTERBE.

Das Verhalten der Verantwortlichen bei der Stadt Bamberg ist deshalb mehr als erbärmlich, denn wer trotz öffentlich geäusserter hehrer Worte systematisch lügt, vertuscht und beschönigt, der verhöhnt damit genau die, an die man mit dem neuen Mahnmal eigentlich erstmals erinnern wollte: Die tausend unschuldigen Hexen-Opfer, die man vorher noch bestialisch gefoltert hat, um sie dann in der Regel bei lebendigem Leibe zu verbrennen.

Ich empfinde diese und weitere Unwahrheiten im Text des neuen Hexen-Mahnmals als einen weiteren unwürdigen Versuch von ein paar ewig gestrigen Beamten, die in der UNESCO-WELTERBESTADT Bamberg ihre eigene „reingewaschene Sicht der Geschichte propagieren wollen“, die mit der Wahrheit leider nicht das Geringste zu tun hat. 

Sie belügen und betrügen damit Jahr für Jahr weiterhin Millionen von Touristen und gehören deshalb m.M.n. sofort entlassen.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. Bertolt Brecht

Dienstag, 3. März 2015

Knietief im Blut


Autoren:        Sabine Weigand    /    Ralph Kloos      "Alte Hofhaltung 2013"


Kritik zum ZDF-Themenabend Hexenverfolgung in Bamberg mit der Romanverfilmung „SEELEN IM FEUER“ und der Dokumentation „HEXENWAHN“ am 2. März 2015. 

In Wirklichkeit war alles leider noch viel viel schlimmer …

Es liegt in der Natur unserer empathischen Gefühlswelt, dass wir echtes Mitleid mit den ca. 1000 unschuldigen Opfern fühlen, die damals einfach das Pech hatten, in die kranken Mühlen des christlichen Hexenwahns zu geraten. Da leistet die Romanverfilmung von Sabine Weigand ziemlich perfekte Arbeit, denn bis dato waren HEXEN wohl für die meisten Menschen eher mystische Fantasiefiguren aus der Feder der Gebrüder Grimm und Co.

Erst jetzt sahen viele Bamberger wohl auch zum ersten Mal und in epischem HD, welcher brutale Irrsinn sich wirklich im 17ten Jahrhundert innerhalb der Mauern unserer idyllischen Heimatstadt ereignet hat … 

Eine mir unbekannte Dame, die ich 2013 dort getroffen habe, sprach nach der Lektüre des Romans den Satz aus, der seit gestern Abend selbst den größten Fans dieser Stadt über die Lippen kommen könnte: Ich sehe Bamberg jetzt mit ganz anderen Augen. Nebenbei bemerkt ist der Roman von Frau Weigand noch einen ganzen Zacken besser als die aktuelle Verfilmung - aber das ist ja öfters der Fall - trotzdem hat mir der Film sehr gut gefallen.

Europaweit existierten zu jener Zeit die widerlichsten Auswüchse menschenverachtender Foltermethoden - doch die Bamberger Folterknechte legten noch ein paar eigene Perversitäten „oben drauf“. Eine ausführliche Demonstration dieser Methoden kann man wirklich keinem Zuschauer zumuten, denn „das Reissen der nackten Brüste mit glühenden Zangen“ (bis zu 15 Mal), das „Brennen mit der Schwefelfeder“ oder auch das Abbrennen des Haupthaares mit Alkohol sind mit Sicherheit zu abartig, um sie im TV zu zeigen. Trotzdem sind all diese schriftlich fest gehaltenen Brutalitäten in drei lokalen Archiven gesichert und somit genauso real, wie der berühmte Junius-Brief, den wir bereits im Jahr 2008 öffentlich auf unserer Website präsentiert haben.

Das ZDF hat mMn wirklich großen Mut bewiesen, dieses unbequeme und unschöne Thema zur Primetime zu senden, auch wenn es vor allem an der nachfolgenden Dokumentation einige Details zu berichtigen gibt.

Dennoch: „Seelen im Feuer“ lässt bei vielen Menschen definitiv die Frage aufkommen: Warum wurde dieser offensichtlich historische Stoff erst im Jahr 2013 verfilmt und warum wusste bis zum Jahr 2008 noch nicht einmal die Bamberger Bürgerschaft, was für ein einmaliger und abscheulicher Massenmord sich real in den Mauern ihrer wunderschönen Stadt abgespielt hat? Wie konnten diese abartigen Verbrechen so lange erfolgreich unter den Tisch gekehrt werden? Und wer ist dafür verantwortlich?

Dazu muss man wissen, das unser Team bereits im Jahr 2008 für die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz „in den Ring gestiegen ist“ und das Malefizhaus am „Tag des offenen Denkmals“ vor etwa 450 Besuchern präsentiert hatte.


Wir wurden im Vorfeld und nach dieser einmaligen Veranstaltung von der Stadt und der Presse mehrmals gemobbt, verleugnet, zensiert, belogen, belächelt, beleidigt und sogar mit der Polizei bedroht, weil wir es gewagt hatten, einen offenen Brief an den damaligen Chefredakteur der einzigen Tageszeitung zu schreiben …  und trotzdem haben wir bis heute niemals aufgegeben - denn es geht uns auch insbesondere um die Ehre und die moralisch-ethische Rehabilitation der unschuldigen Opfer, die man in Bamberg - sie werden es nicht glauben - bereits zwei Mal im Kultursenat abgeschmettert hat - Dafür werden im Welterbe frevelhaft-korrupte Bauvorhaben abgewickelt, bei denen - schwuppdiwupp - einfach einmal 12 (zwölf) laufende Meter der alten historischen Sandstein-Stadtmauer illegal und insgeheim abgetragen werden (Zentralsaal-Neubau) -  trotz UNESCO-WELT-KULTURERBE-STATUS. 

Erst im Jahr 2012 hat die Stadt Bamberg zumindest ansatzweise reagiert, aber was soll schon dabei herauskommen, wenn man eine Kommission aus "Spezialisten" einberuft, die jahrelang „Ihr Bestes“ gegeben haben, um die perversen Grausamkeiten so gut es eben ging, zu vertuschen? Die einzigartige Ikone des lokalen Hexenwahns war zweifellos der prunkvolle Neubau namens Malefizhaus (dazu gehört auch der Hexenofen in Zeil), denn das Phänomen der Verfolgung hatte ganz Europa wie ein unsichtbarer Virus verseucht … doch nur im Hochstift von Bamberg wurden die Hexen dermassen kreativ und stolz mit einer hochmodernen und nagelneuen Tötungsmaschine „abgearbeitet“.

Trotzdem war der ZDF-Thementag ein sehr erfreuliches Ereignis für mich, mein kleines Team und all die Menschen, die uns auf dem langen Weg aktiv seit 2008 begleitet, unterstützt und geholfen haben.

Wirklich ernst gemeinte Hilfe hat es in der „Bildungsstadt Bamberg“ für uns niemals gegeben … von keiner Institution … dafür hat man unsere konkreten Museumspläne in den Jahren 2011 und 2013 erfolgreich torpediert … 

In dieser Stadt kann jedes Problem gemeinsam weggesoffen werden - das klappt im „Schrein des Grauens“ einfach immer - da ist es auch egal, wenn gewisse Schlipsträger entgegen eigener Lippenbekenntnisse dreist und unverfroren ihre zahlenden Gäste belügen und damit jedes Jahr ca. 2 Millionen Touristen um die wichtigste Geschichte der Stadt Bamberg betrügen …

Zur Dokumentation HEXENWAHN hätte ich dann noch Folgendes anzumerken: 
Der 14jährige Hänschen Morhaubt wurde im Jahr 1627 verbrannt - bis zu diesem Zeitpunkt hatte man in Bamberg und Zeil bereits mehr als 500 Menschen „zur Seelenreinigung ins Feuer geschickt“. Die Verbrennungen fingen also auf keinen Fall mit seinem Tode an …
Die erste „Bamberger Hexe“ wurde bereits im Jahr 1595 vor Ort verbrannt (Margareta Böhmerin) - und nicht, wie behauptet, in Zeil. Insgesamt wurden in Zeil am Main etwa 400 - in Bamberg ca. 600 Hexen verbrannt. Zeil war quasi das „Vernichtungslager“ von Bamberg.
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Ganz so abhängig, wie dargestellt, war der Fuchs von Dornheim nicht von seinem Generalvikar Förner, denn bereits 10 Tage nach dessen Tod am 5. Dezember 1630, wurden in Bamberg und Zeil jeweils eine Hexe verbrannt.
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Es ist richtig, dass der kaiserliche RHR in Wien die Prozesse in Bamberg am Liebsten beenden wollte … Allein, dem Hexenbrenner Fuchs von Dornheim war das anscheinend ziemlich - verzeihen Sie mir die Wortwahl - scheissegal. Zuerst liess er einen Großteil der von Wien angeforderten Prozessakten einfach „neu schreiben“, was durch wissenschaftliche Tintenanalysen bestätigt werden konnte, und dann wusste er ganz genau, dass ihm „nichts Großartiges“ passieren konnte - schliesslich war Krieg im Heiligen Römischen Reich Deutscher Länder und der Fuchs von Dornheim stellte dem kaiserlichen Heer jede Menge Truppen zur Verfügung. Die letzten 10 Insassen des Malefizhauses wurden dann auch erst am Tag vor dem Einmarsch der schwedischen Armee im Februar 1632 aus dem berüchtigten Hexengefängnis entlassen. Am selben Tag flüchtete der Hexenbischof über Forchheim nach Wien und Kärnten unter Mitnahme des gesamten Domschatzes.
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Die Opferzahlen, die Herr Professor Behringer seit Jahren publiziert, sind spätestens seit der kürzlichen Wiederentdeckung der „Flamersheimer Hexenprotokolle“ in den USA vor wenigen Monaten leider ziemlich „OUTDATET“ und damit FALSCH, denn seit diesem Fund spricht selbst die katholische Kirche in ihren eigenen Medien von mindestens 60.000 Opfern, die es alleine in Deutschland gegeben haben soll!
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Bei der Auswahl der präsentierten Opferschicksale habe ich auch so meine Probleme, denn selbst wenn die Episode der geschundenen Wirtin Barbara Schwarz wirklich dramatisch und einzigartig ist, so ist ihre Gewichtung im Vergleich zu dem Mord am höchsten deutschen Beamten - dem Kanzler Dr. Georg Haan - einfach nur marginal. Der Kanzler und seine gesamte Familie wurden allesamt und nacheinander in kurzer Zeit verbrannt und ihr Grundstück konfisziert. Damit war selbst für den letzten Bamberger Bürger ersichtlich, dass es nach diesem Justizmord keinerlei Grenzen mehr für die Hexenkommissare geben würde.
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Jetzt komme ich zum wirklich „heiklen Thema“ und ich habe erst mehrere Journalisten gefragt, ob ich dieses Problem evtl. etwas „zu eng sehe“ … aber man hat mich durchaus positiv bestärkt und so stelle ich ganz einfach folgende öffentliche Frage: Wie sehen es die Leser dieses Blogs, wenn es das ZDF, als eines der wichtigsten Deutschen Leitmedien, ablehnt (ich habe zweimal freundlich schriftlich interveniert) den Verbrennungsofen in Zeil am Main, der zweifelsfrei existiert und funktioniert hat, im Rahmen der gestern Abend gesendeten Dokumentation zu präsentieren? 
In jedem anderen Land der Welt würde ich nonchalant über diesen kleinen Fauxpas hinwegsehen … aber als Deutscher habe ich im Zusammenhang mit Verbrennungsöfen und Vernichtungslagern (nichts anderes passierte in Zeil) einen seltsamen Nachgeschmack, der mich irritiert hat und auf den ich meine Vertragspartner beim ZDF selbstverständlich schriftlich und mit Nachdruck im Vorfeld hingewiesen habe. Die aufgeführten Zitate zu diesem Ofen stammen von Rolf Hochhuth und Karlheinz Deschner; ich habe sie lediglich verwendet.

Eines noch: Nachdem jetzt klar sein sollte, was - zumindest im Ansatz - in diesen schrecklichen Zeiten im Namen Gottes in den Folterkammern der Inquisition passierte - stellen Sie sich doch einfach mal vor, Sie müssten sich unter folgenden imaginären Szenarien für Eines davon zwingend entscheiden: Sie wären dann wahlweise ein Gefangener von GESTAPO, ISIS, CIA oder der katholischen Inquisition und warten auf ihre bevorstehende Hinrichtung nach „Art des Hauses“ … 
Also ich wüsste zumindest ganz genau, „für was ich mich NICHT ENTSCHEIDEN WÜRDE … - was meinen Sie?“

Fazit: Im Frühsommer 2015 soll am Schloss Geyerswörth ein abstraktes Mahnmal für die Opfer des lokalen Hexenwahns aufgestellt werden .. und einige der Schlipsträger, die immer rigoros gegen eine lückenlose Aufklärung waren, werden sich dann garantiert im Scheinwerferlicht der Kameras räkeln und großspurig ihre Lügen zum Thema verzapfen … 
von wegen „hier wurde ja niemals etwas vertuscht“.

In der selbst ausgerufenen „Traumstadt der Deutschen“ übernachten jedes Jahr mindestens 500.000 Touristen. Wie viel Prozent hatten ihrer Meinung nach bis dato eine realistische Chance zu erfahren, was auf Bamberger Grund und Boden damals wirklich passierte ? Ich behaupte, wir reden hier von Promille-Werten und erst wenn sich dieser Zustand eines Tages ändert und an der Bamberger Autobahnausfahrt ein ähnliches Schild steht, wie seit zwei Jahren in Zeil am Main, erst dann ist die immer noch bestehende Vertuschung auch wirklich vorbei - und keine Minute früher.

Wir versprechen Ihnen, dass Sie nirgendwo mehr verifizierte Informationen über die damaligen Hexenverbrennungen finden werden, als im virtuellen Hexenbrenner-Museum oder in unseren Büchern… Darauf gebe ich Ihnen mein Wort. 

Momentan ist dieses Angebot bereits in Deutsch und Englisch erhältlich … weitere Sprachen werden in Zukunft folgen.

PS.: Wie Sie in der rechten Leiste sehen, ist dieser Blog bereits seit 2007 aktiv ... Klicken Sie doch mal rein, wenn Sie die Entwicklung dieses Themas von Anfang an nachlesen möchten.

Freitag, 10. Oktober 2014

Die Wunden der Anderen





Zuerst die Gute Nachricht: mit einjähriger Verspätung wurden heute die Gewinner des Kunstwettbewerbs zur Gestaltung eines „Hexenmahnmals“ in Bamberg nominiert: Miriam Giessler und Hubert Sandmann, ein Künstlerpaar aus Essen haben ihre 184 Konkurrenten aus dem Feld geschlagen - kassieren jetzt 40.000 € und werden mit ihrem Entwurf „bis ans Ende aller Tage“ an die Massenmorde der katholischen Kirche in Bamberg und Zeil erinnern.

Das ist prinzipiell eine richtig gute Nachricht, denn abgesehen davon, dass die Idee „nur“ ca. 9 Jahre bis zu ihrer Verwirklichung benötigte, sollte vielleicht erst einmal die Urheberschaft dieses Kunstwerkes klipp und klar benannt werden.

Nein - wir waren das nicht, denn als wir 2008 das Malefiz Haus der Öffentlichkeit vorgestellt haben, kannten wir diese Forderung bereits, denn sie stammt originär vom ehemaligen evangelischen Pfarrer von St. Stephan, Dieter Potzel. Da dieser aber vor Jahren schon zu „einer anderen Sekte“ konvertiert ist (Freie Christen) wurde dieser Mann noch gnadenloser gemobbt und verleugnet als wir.

Trotzdem vielen und aufrichtigen Dank an die Mitglieder des Bürgervereins Mitte, die diese Idee von Dieter Potzel dann im Jahr 2012 aufgegriffen haben und jetzt wirklich ein Mahnmal für die etwa 1000 gefolterten und verbrannten „Hexen und Zauber des 17ten Jahrhunderts“ realisieren. Chapeau.

Zum Standort

Seit wann wird das Mahnmal eines Massenmordes am Wohnort der Täter aufgestellt?

Nein - und da zitieren wir gerne und mit seiner Genehmigung den Bamberger Mundartpoeten "Gerhard C. Krischker", der dazu sagt: "Das wäre ja dasselbe, als wenn man ein Judendenkmal auf die Reste der alten Reichskanzlei in Berlin bauen würde!" Punkt. Besser kann man es nicht erklären.

Aber es kann ja später immer noch umziehen … das Kunstwerk.

Zum Entwurf

Es gibt in Bamberg bereits eine negativ Säule auf dem Domberg; erschaffen vom 1939 geborenen deutschstämmigen israelischen Künstler Micha Ullmann, der seine Wurzeln in Bamberg hat. Diese in den Boden gehende Säule ist nächst der 1775 abgebrochenen Tattermannsäule errichtet. Diese Säule symbolisierte den Nabel der Welt. Sie sehen es auf jedem Foto des Domplatzes! Wenn Sie dann trotzdem NIX sehen, liegt es daran, dass die Kunst nur im Untergrund statt findet. Ausserdem ist die Glasscheibe oftmals mit Tau beschlagen und man sieht noch weniger.

Zurück zum Hexendenkmal

Die im aktuellen Entwurf gezeigte Beleuchtung wird an einem strahlenden Sommertag wohl kaum zu sehen sein - und nachts sind ja generell sehr viel weniger Menschen und vor allem Touristen unterwegs … es besteht also zu befürchten, dass man „dieses Mahnmal schon suchen muss“, um es auch zu finden. Es springt nicht „so richtig ins Auge“.

Betrachten wir nun das offizielle Presse-Foto von heute …





Links sehen wir die beiden Künstler: An ihrem „freudigen Gesichtsausdruck“ sieht man ihnen geradezu an, dass sie gerade eine Ausschreibung mit ausgelobten 40 Tsd € gewonnen haben. Sie wirken statt dessen eher „staatstragend“ und sind sich offensichtlich dem Gewicht ihrer Arbeit bewusst, denn schliesslich geht es bei ihrer Denkmals-Kunst ja um ca. 1000 getötete Menschen.

Auf der anderen Seite sieht man eine erleichtert lachende Frau Sauer, die einfach nur eine „ehrliche Haut ist“ - meinen vollsten Respekt hat und garantiert froh ist, dass es zumindest bei der Objektfindung eine demokratische Entscheidung gegeben hat. Sie haben einen tollen Job gemacht Frau Sauer.

Dann aber wird es kritisch, denn hinter Ihr grinst ein Dr. Thomas Lange in die Kamera und mMn hätte der auf diesem Bild garantiert NICHTS VERLOREN, denn er hat noch im Juli 2013 gegen eine moralisch-ethische Rehabilitierung der Opfer gestimmt.

Deshalb persönlich: „Herr Dr. Lange - verfügen Sie eigentlich über einen Funken Schamgefühl? Sie stimmen einerseits gegen eine kostenlose und längst überfällige Rehabilitierung der Opfer im Kultursenat der Stadt und brüsten sich nun als neuer Kultur-Bürgermeister mit einem „Denkmal für die verbrannten Opfer“.

Als katholischer Theologe müssten sie die Wahrheit über die Taten ihrer historischen Glaubensgemeinschaft progressiv publizieren - aber das Gegenteil ist der Fall. Warum heisst es eigentlich DENK MAL?

Weder ein von OB Starke angedachter Straßennamen, noch ein Tag des Andenkens oder gar ein Messe für die unschuldigen Vorfahren der Bamberger hat man seitens der katholischen Kirche in den Jahren seit 2008 auf die Reihe bekommen - aber immer schön sabbeln von „aufgeklärt“ und Bildungsleuchtturm. Einfach nur rückständig bis maximal lächerlich ist das.

Deshalb fehlen auf dem Foto höchstwahrscheinlich die Gesichter der üblichen lokalen Weltkultur-Erbe-Fanatiker, die es jetzt schon im zweiten Jahr hintereinander „versäumt“ haben, am nationalen UNESCO-Tag auch dem „unbequemen Teil der Bamberger Welterbe-Geschichte“ zu gedenken … man sollte diese Leute wirklich auf die Strasse setzen. Würden sie das Gleiche in Bezug auf das dritte Reich veranstalten säßen sie sowieso schon längst wegen Volksverhetzung in Haft.

Schon bald wird also das neue Mahnmal installiert werden und die Bamberger werden nicht lange brauchen, um einen passenden Spitznamen für die „zsammagequetschte Lavalamben“ zu finden und dann werden auch garantiert einige der angesprochenen Lügner in die anwesenden TV-Kameras grinsen und ihre „historischen Weisheiten“ verzapfen - von wegen „niemals vertuscht“, etc. - das einmalige historische Welterbe - unser weltweites Alleinstellungsmerkmal, blabla, sabbel, etc.

Ich persönlich hätte mir einen emotionaleren Entwurf - irgend etwas Einmaliges gewünscht, dass auch irgendwie dem Leiden und Schicksal der Opfer gerecht wird.

So sehe ich einen „abstrahierten Entwurf“ aus beleuchtetem Metall und Acryl - eines Denkmals, dass auf dem Boden liegt - ich muss mein Haupt beugen - es möglichst bei Dunkelheit besuchen … Aber wahrscheinlich gibt es für 40 Mille eben nicht mehr Andenken zu kaufen. Zumindest nicht auf Augenhöhe der Geschichte.

Trotzdem ist es, bei aller Kritik, immer noch besser als gar kein Denkmal. Die Mindestanforderung der Ausschreibung wurde also gerade noch erreicht.

… vor wenigen Augenblicken erfahren: Auch der Rat der Stadt Dortmund beschliesst heute die moralisch-ethische Rehabilitierung seiner Opfer. Wann steht Bamberg endlich auf dieser Liste???


1 1993 Winterberg/ NRW, Stadt, kath. und ev. Kirche 6 Opfer
2 1996 Idstein/ Hessen 1 Opfer
3 2002 Kammerstein, 2003 Kammerstein - Barthelmesaurach 1 Opfer
4 2007 Eschwege/ Hessen, Stadt und ev. Kirche 2 Opfer
5 2008 Fulda/ Hessen 250 Opfer
6 2010 Hofheim a.T./ Hessen 11 Opfer
7 2011 Rüthen/ NRW 59 Opfer (169 ?? )
8 2011 Hilchenbach/ NRW 18 Opfer
9 2011 Hallenberg/ NRW 43 Opfer
10 2011 Sundern/ NRW 1 Opfer
11 2011 Menden/ NRW 89 Opfer
12 2011 Werl/ NRW 73 Opfer
13 2011 Suhl/ Thüringen 72 Opfer
14 2012 Bad Homburg/ Hessen 76 Opfer
15 2012 Detmold/ NRW 21 Opfer
16 2012 Lemgo/ NRW (und 1992) 200 Opfer
17 2012 Rheinbach/ NRW 70 Opfer
18 2012 Köln/ NRW 33 Opfer
19 2012 Meiningen/ Thüringen 86 Opfer
20 2012 Osnabrück/ Niedersachsen 250 Opfer
21 2012 Büdingen/ Hessen 400 Opfer
22 2013 Soest/ NRW 67 Opfer
23 2013 Freudenberg/ NRW 18 Opfer (oder 23 )
24 2013 Rehburg-Loccum Niedersachen 33 Opfer
25 2013 Lutherstadt Wittenberg/ Sachsen-Anhalt 21 Opfer
26 2013 Datteln/ NRW 130 Opfer
27 2014 Horn-Bad Meinberg/ NRW 47 Opfer
28 2014 Trier/ Rheinland-Pfalz. 400 Opfer
29 2014 Dortmund 25 Opfer


P.S.: Es sind - entgegen der oben genannten 40.000 € - in Wirklichkeit 50.000 € - da hat man offensichtlich nachgebessert. 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Wir haben fertig!



Das ist vielleicht etwas salopp formuliert angesichts des Themas, aber nachdem wir uns jetzt knappe fünf Jahre den Schädel an der "Mauer des Schweigens" eingerannt haben, muss selbst das "letzte Depperla" einsehen, dass am Ende eben doch die Wahrheit gesiegt hat ... oder sie zumindest auf der Siegerstrasse ist. 

Keiner der Verantwortlichen bei der Stadt Bamberg dachte bei den Themenwochen zu den Bamberger Hexenverfolgungen (Oktober 2012) wohl im Traum daran, dass die breite Bevölkerung geradezu wie wild auf das angebotene Vortragsprogramm reagieren würde und deshalb jede Veranstaltung wegen Überfüllung wiederholt werden musste. Und plötzlich ist auch ganz konkret von einem Mahnmal für die Verfolgten die Rede, als hätte es nie den geringsten Zweifel an der Notwendigkeit zu dessen Errichtung gegeben. Moment mal - hatten wir in Sachen Mahnmal nicht bereits im Jahr 2008 bei OB Starke offiziell vorgesprochen?! 

Fakt ist: Die Bürger Bambergs wollen sich nicht weiter für blöd verkaufen lassen! Sie fordern Aufklärung über die wahren Umstände der Stadtgeschichte. Auch wenn manche Vorredner wie Rumpelstilzchen darauf herumhacken, dass in Bezug auf die Hexenverfolgungen niemals etwas vertuscht wurde, so wird sogar das eben erwähnte "letzte Depperla" stutzig und fragt sich, warum dann auf Seiten der Stadt auf einmal das große Bedürfnis nach Aufklärung entflammt ist, wenn doch angeblich niemals etwas vertuscht wurde. 

Es ist ein reichlich absurder Selbstverteidigungsgrund, wenn behauptet wird, dass die Akten seit ca. 1840 zum festen Bestand der Bamberger Archive gehören und von jedem Interessierten hätten eingesehen werden können. Dies zeugt meiner Meinung nach von einer nicht zu überbietenden Impertinenz. Wofür leisten sich Städte und Gemeinden denn Historiker, Denkmalpfleger und andere Wissenschaftler? Ganz einfach: Weil es einem Normalbürger gar nicht möglich ist, solche Akten zu entziffern, geschweige denn, sie in ihrer Gesamtheit richtig bewerten zu können. Sie sind in Sütterlin-Schrift und Altdeutsch, teilweise auch in Lateinisch verfasst und stehen als Zeitdokumente in einem Geflecht von Zusammenhängen, welches für Laien komplett undurchdringlich ist. 

Gerade weil gewisse Herren diesen in Deutschland einzigartigen Aktenbestand Bambergs ins Spiel bringen, erscheint es mir umso unverständlicher, dass man sich dann nicht schon viel früher mit dieser Materie beschäftigt hat. Und zwar in einer Form, die es auch einem Max Mustermann gestattet, daran teilzuhaben. 
Noch einmal: Dieses Thema ist in seiner historischen, gesellschaftlichen, aber auch in seiner zukünftigen Bedeutung zu wichtig, als dass es einem elitären Forscherkreis vorbehalten bleiben sollte, darüber zu bestimmen, ob die Öffentlichkeit, insbesondere die Bamberger Bürgerschaft, jemals davon erfährt. Es wäre spätestens seit 1840 die Pflicht der Bamberger Gremien gewesen, die Menschen über die Vergangenheit ehrlich zu unterrichten, anstatt es auszusitzen und zu tun, als würde das Thema keinen interessieren. Die jüngsten Berichterstattungen und der überwältigende Zuspruch an den Themenwochen zeigen das Gegenteil. 

Hinter den Kulissen, in den Amtsstuben Bambergs, so ahnen wir, sind nun all die feinen Amtsträger tierisch angepisst (man kann es einfach nicht treffender ausdrücken), dass da ein paar Computerfuzzis aus Mallorca schon 2008 für die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ einen Multi-Media-Vortrag abhielten, der selbst heute noch jeden einzelnen Beitrag der Bamberger Themenwochen bei weitem in den Schatten stellen würde. 

Diesen Menschen möchte ich folgendes mitteilen:
  • 1. Ich selbst war noch nie auf Mallorca - und will da auch gar nicht hin. 
  • 2. Wir hatten schon 2007 den Versuch unternommen, unsere Forschungsergebnisse der Stadt kostenlos zu überlassen. 
  • 3. Man hat uns dann schriftlich auf das Jahr 2016 vertrösten wollen. 
Offensichtlich haben wir jetzt also die unerwartet freudige Gewissheit, dass wir permanent "ALLES RICHTIG" gemacht haben. 

Deshalb ist es nun an der Zeit, diesen Blog stillzulegen - er hat seine Schuldigkeit getan - und bleibt natürlich für immer bei Google dokumentiert.

Die jüngsten positiven Entwicklungen zeigen, dass die jahrzehntelange Vertuschung nun endgültig vorüber ist. Jetzt könnte eine progressive Aufarbeitung beginnen und es dann vielleicht sogar eine Rehabilitierung der Opfer geben. Ein Mahnmal zumindest, so ist zu hören, sei jedenfalls beschlossene Sache. 

Es soll hier keine Sekunde bestritten werden, dass gewisse Personen schon seit Jahren wissen, dass es diese bestialischen Massenmorde gab und in welchem Ausmaß sie "vorgefallen sind". Dennoch müssen sich diese Personen aktuell der Tatsache stellen, dass das "ganz normale Depperla von nebenan" jetzt eben auch hinterfragt, warum man nicht früher davon erfahren durfte. 

Richtig kritisch wird es im Hinblick auf die zweitwichtigste Einnahmequelle der Stadt: 130 Millionen Euro haben die Gäste der Stadt im letzten Jahr eingebracht. Aber kaum einer von den 2 Millionen Touristen hat als Gegenwert die ganze Wahrheit der Geschichte Bambergs präsentiert bekommen ... im UNESCO-WELTERBE Bamberg. 

Zum offiziellen Programm der Themenwochen zur Hexenverfolgung haben wir folgende Anmerkungen zu machen:

Wenn ich meinem sehr verehrten Geschichtslehrer im Gymnasium dieses offizielle Programm in einer Arbeit über die Aufklärung der Bamberger Massenmorde abgegeben hätte, dann hätte er mir das Ding um die Ohren gehauen und eine schlechte Note erteilt. Er hätte das damit begründet, wie man sich in einer explizit als fundierte Themenwoche ausgegebenen Veranstaltung erdreisten könne, das einzigartige Kernstück der lokalen Massenmorde komplett im Programm zu negieren. 

Obwohl die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk das Malefizhaus als das grausame Alleinstellungsmerkmal der Bamberger Hexenverfolgung anerkennen, bringen es die so genannten hochkarätigen Aufklärer nicht fertig, dieses weltweit einmalige Foltergefängnis auch nur einmal im offiziellen Programm zu erwähnen. 

Soll das wieder der plumpe Versuch einer Zensur sein? Oder glauben ein paar wahrnehmungsgestörte Personen vielleicht sogar, dass sie mir "einen reinwürgen können", indem sie ihre eigene Aufklärungsoffensive zu einer traurigen Farce verkommen lassen? 

Der Youtube-Bildungskanal von Johannes Junius hat vergangene Woche die Eine-Million-Besucher-Marke überschritten. Das ist der eindeutige Beweis, dass das Thema die Menschen überall auf der Welt interessiert. Es handelt sich bei den Hexenverfolgungen schließlich um die größten nicht kriegsbedingten Massentötungen von Menschen. Und Bamberg war eine der absoluten Hochburgen dieses jahrelangen Wahnsinns. 

Zum Abschluss noch eine Sache: Mich persönlich stört es schon lange nicht mehr, wenn ich von Menschen zensiert werde, die meiner Meinung nach aus ihrem Job entfernt gehören. Der armselige Versuch, mit Guttenberg´scher Salami-Taktik die Bevölkerung zu verblöden, ist definitiv gescheitert. Was die persönlichen Angriffe auf meine Person angeht: Die sitze ich gerne bei Sonnenuntergang an einem einsamen Strand an der Westküste Fuerteventuras aus. 

Herzlichst

Ralph Kloos


PS

Unser mit langer Vorarbeit geplantes seriöses Museum in der Kirche in der Judenstrasse hat man uns ja leider sabotiert (Von wegen billige Effekthascherei und Gruseleffekte a la Hollywood oder Geisterbahn). 

Dafür eröffnen wir in wenigen Stunden das Virtuelle Museum zur Geschichte der katholischen Inquisition in Franken. Und ab Montag startet dann unser neuer Blog - wir laden Sie ganz herzlich dazu ein, die weitere Geschichte mit uns zu begleiten, denn wir sind die mit der GANZEN WAHRHEIT!

Wir bloggen weiter - ab sofort auf:


Samstag, 6. Oktober 2012

Die Vergebungsbitte des Erzbischofs in einer mathematischen Analyse


Damit sich ein jeder selbst sein Urteil bilden möge ...

In den Interviews der letzten Wochen reden Erzbischof Dr. Ludwig Schick und sein Sprecher, Domkapitular Dr. Norbert Jung wiederholt von der wichtigen Vergebungsbitte, die 2007 im Bamberger Dom während eines Vespergottesdienstes, u. a. für die Opfer der Hexenverfolgungen gepredigt wurde.

Der folgende Link führt auf die Webseite des Erzbistums Bamberg: Bitte laden Sie sich folgendes Wortprotokoll der Messe als PDF auf Ihren Rechner:


Wenn Sie dieses PDF-Dokument von allen kirchlichen Regie-Anweisungen und Überschriften bereinigen, dann bleiben exakt 2667 Wörter übrig, die vom Erzbischof und allen anderen Beteiligten während dieser Messe gesprochen wurden. Gebete und kirchliche Lieder haben wir nicht mitgerechnet.

Im ersten Drittel der Messe spricht ein Priester folgenden Satz:

Der Hexenwahn im Hochstift Bamberg kostete zu Beginn des 17. Jahrhunderts etlichen hundert Menschen das Leben.

Im gesamten weiteren Text ist weder das Wort Hexen, noch Hexenverbrennung, Verfolgung, Folter oder Gleichartiges zu lesen.

Dafür wird in drei von den fünf Kapiteln, die die Mitwirkenden danach persönlich vortragen, "DIE REINIGUNG DES GEDÄCHTNISSES" propagiert.

Herr Dr. Schick,
für mehr als 1000 von Ihrer Organisation verbrannte und malträtierte Menschen hatten Sie also in Ihrer nun zehnjährigen Karriere als Erzbischof - bis vor wenigen Wochen - gerade einmal 16 Wörter des Bedauerns übrig.

Das entspricht etwas mehr als einem halben Prozent der gesamten Messe.

Und Sie haben diese 16 Worte noch nicht einmal selbst ausgesprochen.

Montag, 1. Oktober 2012

Es ist vollbracht : )


Die aktuellen Themenwochen zur Hexenverbrennung in Bamberg hatten vor ca 500 Zuschauern am Freitag im überfüllten Saal der Volkshochschule ihren offiziellen Beginn.

Schnittchen und Drinks langten nur für die Hälfte der Zuschauer - man war also nicht auf dermaßen viele Bürger eingestellt, die an der Wahrheit über Bamberg interessiert sind. Das Thema kocht aber noch weiter.

Es gibt offensichtlich unterschiedliche Darstellungen, was die Entstehung dieser Aufklärungskampagne in Bamberg betrifft. Da können wir Ihnen helfen.

Jenseits aller Legenden kann man sich die wahre Geschichte der Aufklärung in Bamberg ganz einfach im Internet ansehen - z.B. auf der offiziellen Website der Stadt Bamberg - mit einem Klick zurück ins Jahr 2008.

Wenn dann noch Zweifel an der Urheberschaft bestehen kann eigentlich nur noch ein Arzt helfen.

Alles weitere erklären wir am 8.Oktober 2012 - dem offiziellen Beginn der zwei Themen-Wochen, die bis zum 21. Oktober dauern.

Bis dahin danken wir all den Leuten, die sich auf dem Bildungskanal von Johannes Junius über das Thema in Bamberg informiert haben ... heute nachmittag hat dieser Kanal die erste Million überschritten ... die Wahrheit hat gewonnen.





Montag, 6. August 2012

Heute vor 384 Jahren wurde er hingerichtet ...

Es ist der Todestag von Johannes Junius.

Hier können Sie den Brief anhören. (Dauer: 16:27 Minuten, Vorgetragen von Karsten Klaue) 


Dieses Schreiben wurde über mehrere Tage mit gefolterten Händen im Malefiz Haus angefertigt und
danach von den Bütteln des Hexenbrenners abgefangen.

Bürgermeister Johannes Junius hat der Stadt als Ratsherr und Bürgermeister mehr als 20 Jahre gedient, bevor man zuerst seine Frau Helena verbrannt hatte und danach ihn vernichtete.

Sein Schicksal ist durch die vorhandene Aktenlage bestens dokumentiert.

Frau Karin Dengler Schreiber hat im Jahr 2008 öffentlich geäussert, dass dieser Brief ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen werden sollte. Das ist ein bemerkenswerter Vorschlag ... was ist daraus geworden?


Montag, 16. Juli 2012

Unsere Antwort an den Kultursenat der Stadt Bamberg

... vielleicht haben wir es einfach nicht gut genug erklärt? 


Deshalb möchten wir diesen Artikel zum Thema in der Tageszeitung vom 14. Juli 2012





mit diesem PDF beantworten:




Das angedeutete Buch wird im Sutton-Verlag vertrieben und wird im Herbst veröffentlicht.



mfg

RJK


Donnerstag, 12. Juli 2012

Keine "Reinigung des Gedächtnisses"


An Herrn Dr. Norbert Jung

Domkapitular zu Bamberg
Leiter Hauptabteilung Kunst und Kultur


Sehr geehrter Herr Dr. Jung, 

es ist schön, dass Erzbischof Dr. Ludwig Schick zuständigkeitshalber Sie beauftragt hat, Herrn Pfarrer Hegeler auf dessen Brief zu antworten. Allerdings weiß ich nicht, ob er Sie auch dazu ermutigt hat, unsere ehrenamtliche Aufklärungsinitiative in absurder Art und Weise zu diffamieren und zu diskreditieren.

Wir beziehen uns auf Ihr Schreiben vom 16.April 2012, welches öffentlich im Internet zu finden ist.

Wir fühlen uns von folgender Passage angesprochen und können Ihren Wahnwitz beim besten Willen nicht unkommentiert auf uns sitzen lassen.

"Vermutlich wissen Sie aber auch - Beweise liegen mir vor -, dass manche diesbezügliche Aktionen in Wahrheit von lnteressengruppen gesteuert sind, denen es darum geht, die Kirche (übrigens nicht nur die katholische) zu schädigen, bzw. von skrupellosen Geschäftemachern, die durch blutrünstige Präsentationen im Rahmen des Massentourismus Geld machen wollen. Auch das gilt es zu bedenken, denn einem wirklichen Gedenken wäre damit nicht gedient, sondern vielmehr einer missbräuchlichen Verzweckung des Leids der Opfer Vorschub geleistet."

Die angesprochene Interessensgruppe gibt es wirklich. Nach unserem Verständnis einer modernen aufgeklärten Gesellschaft besteht diese Gemeinschaft aus den Menschen, die sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken und was sie zu glauben haben. Die Zahl dieser Gruppe steigt tagtäglich. 

Der Wunsch nach ungeschminkter Vergangenheitsbewältigung existiert übrigens unabhängig von den Befindlichkeiten Ihrer oder anderer Religionsgemeinschaften.

Dass Sie es wirklich wagen, die Worte "skrupellos" und "blutrünstig" im Zusammenhang mit uns zu verwenden, hat schon beinahe pathologische Züge. Sie finden auf unseren Webseiten weder Foltergeräusche noch Todesschreie und Sie können mir glauben: Es liegt nicht daran, dass wir dazu nicht technisch in der Lage wären. 

Wir haben bewusst auf alle reißerischen Elemente verzichtet, damit uns Leute wie Sie nicht vorwerfen können, dass wir uns solcher Methoden bedienen müssten, um die Grausamkeiten Ihrer Organisation anschaulich zu dokumentieren. 

Allein die niedergeschriebenen Worte der gemarterten Opfer sind schauderhaft genug. Doch selbst wenn wir die besten Computerspezialisten der Welt verpflichten könnten, um alle existierenden technischen Möglichkeiten zur Dokumentation der damaligen Prozesse umzusetzen, so wären wir doch niemals in der Lage, den Brandgeruch und vor allem die Angst der Menschen abzubilden, die gerade in einer fürstbischöflichen Folterkammer ihre eigenen Familienmitglieder denunzieren mussten, damit die Folterknechte endlich mit ihrem furchtbaren Werk aufhörten. Die ganze Region lebte Jahre lang in einem Trauma aus Aberglauben, Verrat, Gottesfurcht und religiösem Wahnsinn, der dazu führte, dass Bamberg zu einem wahrhaftigen Vorhof der Hölle wurde. 

Ihr akademischer Stand und Ihre Position innerhalb des Erzbistums sagen einem Laien wie mir, dass Sie einer der Hüter über die kircheninternen Informationen und deren Verbreitung im Bistum sein müssen, was gleichermaßen impliziert, dass Sie persönlich sehr wohl seit Jahren ganz genau wissen, was sich innerhalb der "alten Hofhaltung" und im Malefizhaus abgespielt hat. Wer, wenn nicht Sie? 

Das Sahnehäubchen Ihrer obstrusen Anschuldigungen stellt aber der von Ihnen verwendete Begriff der "Geschäftemacherei" dar. Darf ich Sie fragen, wer Ihren, nicht gerade als frugal zu bezeichnenden, Lebensunterhalt (und den des gesamten Bistums, inklusive Erzbischof) bezahlt? So weit ich weiß, sind das die gläubigen Katholiken, die innerhalb des Erzbistums einen Teil Ihrer Lohnsteuer als Kirchensteuer abführen. Ich hoffe, ich liege nicht vollkommen daneben mit dieser Hypothese. 

Da wir ein paar Sätze vorher schon geklärt haben, dass Sie einer der absoluten Hauptverantwortlichen der jahrelangen Vertuschung sind, der sein Geld aber ohne Probleme jeden Monat von den Mitgliedern seiner Kirchenorganisation kassiert, dann ist diese Tatsache für mich nichts anderes als eine Form von niederem Betrug. Werden in der katholischen Lehre nicht die Dogmen der absoluten Wahrheit gelehrt? ("Die Wahrheit spricht meine Zunge, Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel.")

Wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, wie die katholische Kirche insgesamt und speziell im Erzbistum Bamberg zu ihrem unermesslichen Reichtum gekommen ist, wird Ihre Argumentation geradezu abenteuerlich.

Im Gegensatz dazu stoßen jeden Tag mehr und mehr Menschen auf unsere Webseiten zu dem Thema und zu den assoziierten YOUTUBE-Videos, die auf dem Kanal JOHANNESJUNIUS gehostet werden. Schon bald wird dieser Bildungskanal unter dem Namen des verbrannten Bürgermeisters von Bamberg eine Million Zugriffe überschreiten - und nirgendwo finden Sie ein einziges Werbebanner, weil wir auch keine Werbebuttons auf die Website eines KZs platzieren würden. Wir verzichten damit freiwillig auf permanente Einnahmen.

Was die Herstellung dieser jahrelangen Forschungsarbeit angeht, so kann ich nur eines sagen: Ohne die Hilfe zahlreicher Freunde und interessierter Historiker und ohne große finanzielle Opfer wäre es niemals möglich gewesen, die MALEFIZ-HAUS-Website und andere Medien zu produzieren, um damit hunderttausende von interessierten Menschen umsonst zu informieren - und das sogar in einer zweiten Sprache. (Englisch)

Mein persönliches Fazit: 

Durch unsere Arbeit werden die Konsumenten, die unsere Informationsangebote nutzen, gratis über die wahre Geschichte dieser Massenmorde informiert. 

Im Gegensatz dazu werden Ihre monatlich zahlenden Gemeindemitglieder, die Sie beim Kirchgang auch noch zur Kollekte bitten, von Ihnen seit Jahrzehnten gegen besseres Wissen angelogen, bzw. um die Wahrheit betrogen. So viel zum Thema "Geschäftemacher". 

Ihre "Reinigung des Gedächtnisses" hat wirklich lange perfekt funktioniert in dieser Stadt, aber jetzt wird auch in Bamberg das fehlende Kapitel Geschichte öffentlich gemacht werden - auch wenn es noch so weh tut. 

Das können Sie jetzt nicht mehr verhindern und so sollte vielleicht auch in Ihrer Gedankenwelt Platz geschaffen werden für die Lehren der Aufklärung und die mit Ihnen direkt zusammenhängende Verantwortung gegenüber Ihrem Titel, Ihrer Funktion und Ihrer Gemeinde. 

Ralph Kloos

Autor und Produzent: