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Montag, 20. Juli 2015

Die Einladung zur Einweihung

Wenn Sie mal bitte kurz nach rechts auf dem Bildschirm sehen, erkennen Sie, dass dieser Blog bereits seit September 2007 existiert. Nach ca 8 Jahren ist jetzt wirklich der entscheidende Moment gekommen um ein wichtiges Datum zu feiern, denn bereits in wenigen Tagen wird in Bamberg offiziell ein Mahnmal für die Hexenopfer enthüllt werden. 

Am 2. August 2015 beginnt in Bambergs Geschichtsschreibung eine neue Zeitrechnung: Bürger, Schulklassen und Touristen werden erstmals sehen, dass hier ein Zeichen für die Aufklärung gesetzt wurde. Dank dem Bürgerverein Mitte, dessen Mitglieder ganz pragmatisch eine Rolle übernommen haben, die in einer UNESCO-WELTERBE-Stadt unter normalen Umständen das Kulturamt, das Welterbe-Office oder die Stadtführung übernommen haben müsste .. aber was ist in Bamberg schon normal? 

Als eine ganz besondere Ehre empfinde ich die Einladung des BVM, die mich vor wenigen Tagen erreicht hat.

Ich würde zu gerne kommen - ohne Frage.

Allerdings werde ich die Veranstaltung leider boykottieren. Nicht wegen dem Mahnmal und selbstverständlich schon gar nicht wegen dem absolut lobenswerten Engagement des Bürgervereins Mitte. 

Mein Verständnis von Respekt und ehrlichem Andenken wird von der Tatsache gestört, dass sich in Bamberg die Politiker, die sich bis dato weigern eine moralisch-ethische Rehabilitation auszusprechen, dann in Ihrem Sonntagsanzug vor den Kameras tummeln werden ... und das Grußwort sprechen. Im Namen der Opfer ist mir dieser Irrsinn n bisschen zu bigott.

37 Städte - unter anderem - Köln, Dortmund, Trier, Lutterstadt Wittenberg - hatten kein Problem diesen einfachen Schritt zu gehen. Bamberger Erinnerungskultur ist dagegen so rückständig, wie die Volksvertreter, die lieber die gesamte Bevölkerung pikieren, anstelle sich den Tatsachen zu stellen: Solange Bamberg nicht ebenfalls rehabilitiert und diesen unsäglichen Text abändert, wird die feierliche Enthüllung deshalb leider ohne mich stattfinden. 

1  1993 Winterberg / NRW, Stadt, kath. und ev. Kirche  6 Opfer
2  1996 Idstein / Hessen        1 Opfer
3  2002 Kammerstein, 2003 -       1 Opfer
4  2007 Eschwege / Hessen, Stadt und ev. Kirche   2 Opfer
5  2008 Fulda / Hessen               250 Opfer
6  2010 Hofheim a.T. / Hessen                11 Opfer
7  2011 Rüthen / NRW                 59 Opfer
8  2011 Hilchenbach / NRW                18 Opfer
9  2011 Hallenberg / NRW                 43 Opfer
10  2011 Sundern / NRW        1 Opfer
11  2011 Menden / NRW                 89 Opfer
12  2011 Werl / NRW                  73 Opfer
13  2011 Suhl / Thüringen                 72 Opfer
14  2012 Bad Homburg / Hessen                76 Opfer
15  2012 Detmold / NRW                 21 Opfer
16  2012 Lemgo / NRW               200 Opfer
17  2012 Rheinbach / NRW                    70 Opfer
18  2012 Köln / NRW                  33 Opfer
19  2012 Meiningen / Thüringen                86 Opfer
20  2012 Osnabrück / Niedersachsen             250 Opfer
21  2012 Büdingen / Hessen                        400 Opfer
22  2013 Soest / NRW                  67 Opfer
23  2013 Freudenberg / NRW            18 Opfer 
24  2013 Rehburg-Loccum / Niedersachen          33 Opfer
25  2013 Lutherstadt Wittenberg / Sachsen-Anhalt        21 Opfer
26  2013 Datteln / NRW           130 Opfer
27  2014 Horn-Bad Meinberg / NRW           47 Opfer
28  2014 Trier/ Rheinland-Pfalz.          400 Opfer
29  2014 Dortmund / NRW            25 Opfer
30  2014 Stadt Schleswig / SHS           38 Opfer
31  2015 Lippstadt / NRW            29 Opfer
32  2015 Blomberg / NRW              5 Opfer
33  2015 Wemding / Bayern            59 Opfer
34  2015 Rottweil / Baden-Württemberg        266 Opfer
35  2015 Gelnhausen / Hessen             52 Opfer
36  2015 Bad Laasphe / NRW           6 Opfer
37  2015 Balve / NRW   300 Opfer

Bamberg hätte übrigens auf Platz 6 dieser Liste stehen können ... aber trotz der Tatsache, dass das Mahnmal ja auch Jahre lang verhindert wurde, bin ich zuversichtlich, das es letztendlich noch eine Lösung geben wird, in der meine Heimatstadt hoffentlich nicht den letzten Platz auf dieser Liste belegen wird. 


Mittwoch, 27. Mai 2015

Das Hexenmahnmal von Bamberg und das Sankt-Florians-Prinzip



Im Anhang finden Sie ein PDF vom letzten Sitzungsprotokoll des Kultursenats der Stadt Bamberg (29. April 2015) mit dem hoffnungsvollen Namen: Rehabilitation der Opfer der "Hexenprozesse" im Hochstift Bamberg.

Falls Sie dieses Dokument noch nicht kennen, dann liegt das eventuell daran, dass es nirgendwo anders als bei uns präsentiert wird … keine Tageszeitung hat darüber berichtet (wie üblich bei diesem „unbequemen Thema“) und auch im WEB-Blog von Stadtrat Dieter Weinsheimer steht lediglich der Wortlaut der finalen Erklärung.

Schon nach dem ersten Satz dieses Beschlusses wird klar, das die Überschrift etwas zu euphorisch lautet, denn: „Der am 06. Februar 2013 gestellte Antrag für eine sozialethische, moralische Rehabilitierung der Opfer des „Hexenprozesse“ im Hochstift Bamberg wurde in der Sitzung des Kultursenats vom 09. Juli 2015 wegen der fehlenden juristischen Zuständigkeit der Stadt Bamberg abgelehnt und ist geschäftsordnungsmäßig erledigt.“

Trotzdem wird dann am 2. August 2015 ein offizielles Mahnmal für die ca. 1000 Hexenopfer eingeweiht werden - und genau hier frage ich mich: Mit welchem Klammerbeutel muss man gepudert worden sein, um diese beiden konträren Geisteshaltungen in einem einzigen Mahnmal zu manifestieren ?

Auf der einen Seite soll das Denkmal an das unsagbare Leiden der unschuldig verbrannten Opfer erinnern … auf der anderen Seite wird im gleichen Atemzug abgelehnt, diese Opfer auch moralisch-ethisch zu rehabilitieren … So wie das bis dato schon 34 andere Städte in Deutschland getan haben (komplette Liste im Anhang). 

Wahrscheinlich sind die Stadträte dieser 34 Städte allesamt „Balla-Balla“, denn im Umkehrschluss würde die Logik lehren, dass sonst die Bamberger Stadträte offensichtlich „auf der Brennsuppn dahergschwumma kumma“. Die Tatsache, dass man in Bamberg damals den kompletten Stadtrat, 5 Bürgermeister und den Kanzler mitsamt seiner kompletten Familie verbrannt hat ist europaweit ein einmaliges Verbrechen gewesen … irgendwie KRANK wenn ausgerechnet die Nachfolger im Amt dieser Opfer die brenzlige Vergangenheit verleugnen, oder?

Wie im Beschluss nachzulesen (PDF-Anhang) hatte der Bürgerverein Mitte einen eigenen Textentwurf zum Mahnmal erarbeitet, den ich, ohne Bedenken, sofort unterschreiben würde. 

Dann aber wurde dieser Text zwischen den drei unterschiedlichen Fach-Gremien mehrmals hin- und hergeschickt - „es wurde um jede Formulierung gerungen“, - doch bei diesem zähen Ringen haben sich einmal mehr die Kräfte durchgesetzt, die Jahrelang mit sturer Verbissenheit darum gekämpft haben, das Hexenthema komplett KALT ZU STELLEN und deshalb lautet der „neue ehrliche Text für das Mahnmal“ jetzt wie folgt … und diese Erklärung des Rates der Stadt soll nun zur Einweihung von OB Andreas Starke im Wortlaut verlesen werden - denn es wird die Inschrift am neuen Mahnmal.

Der Bamberger Stadtrat legt namens der Bürgerinnen und Bürger ein eindeutiges Bekenntnis zur Unschuld der Opfer des Hexenwahns ab.

Mit der grausamen „Hexenverfolgung“ wurde auf ihrem Höhepunkt im 17. Jahrhundert eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Hochstifts Bamberg geschrieben.

Nach den erhaltenen gut 800 Verhörprotokollen wurden bis zu 1.000 Frauen, Männer und Kinder der Hexerei beschuldigt, angeklagt, verhört, gefoltert und ermordet. Die Hinrichtungen wurden zunächst in Zeil, einer Exklave des geistlichen Fürstentums Bamberg, durchgeführt.

1627 wurde dann in Bamberg mit dem Malefizhaus ein eigenes Gebäude als Folterstätte und Hexengefängnis errichtet, das 1635 wieder abgetragen wurde.

Seit 180 Jahren sind diese grausamen Vorgänge Gegenstand der historischen Forschung und in der Erinnerung der Menschen. 

Die Geschichte der „Hexenverfolgungen“ zu erforschen und darzustellen, sie auch künftig im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten, um Ausgrenzung, Entwürdigung und Fanatismus künftig zu vermeiden, ist eine Aufgabe, eine Verpflichtung unserer Zeit.


Grotesque Nummer 1:

Wie ist es zu erklären, dass Satz vier von sieben in dieser Erklärung lautet: Die Hinrichtungen wurden zunächst in Zeil, einer Exklave des geistlichen Fürstentums Bamberg, durchgeführt.

Bitte fragen Sie im Notfall Herrn Professor Dr. Dr. Knefelkamp oder lesen Sie es einfach in Wikipedia nach. Die Bamberger Massenmorde begannen bereits 1595 unter Fürstbischof Neidhardt von Thüngen - das ist unzweifelhaft historischer Fakt.

Dem ortsunkundigen Leser soll hier durch die Anwendung des Sankt-Florian-Prinzips der falsche Eindruck vermittelt werden, dass das „böse Zeil“ mit dem Hexenbrennen begonnen hat und das „arme Bamberg“ sozusagen nur in den Strudel der Verfolgung hineingerissen wurde. 

Aber selbst wenn man wirklich in Zeil mit dem Brennen begonnen hätte … dieser kleine Ort war nichts anderes als das „Vernichtungslager von Bamberg“: Die Anzeigen, die Anweisungen zur „Captura“, der Befehl zur Folter und ausnahmslos alle Urteile wurden ausnahmslos in Bamberg ausgefertigt, angeordnet und bezahlt (Besonders gerne mit dem konfiszierten Geld der verbrannten Opfer).

Insgesamt wurden in Zeil etwa 400 der ca. 1000 Opfer verbrannt. Der geschätzte Rest - also ca. 600 Scheiterhaufen - standen definitiv in Bamberg am Schönleinsplatz und an manchen Tagen wurden genau an diesem Ort bis zu 8 (acht) Menschen gleichzeitig öffentlich verbrannt (siehe 15. Juli 1628).

Es gehört eindeutig zum System der „Bamberger Vertuschung“ möglichst viel Verantwortung auf das kleine Zeil am Main abzuschieben, um damit von Bamberg und seinen katholischen Massenmördern abzulenken. Ironischerweise hat aber ausgerechnet Zeil aber 600.000 Euro für die Einrichtung eines Dokumentationszentrums ausgegeben, während das Bamberger Mahnmal von einem privaten Bürgerverein initiiert wurde. RESPEKT.

Auch während der städtischen Hexenwochen im Jahr 2012 wurden die absurdesten Vorträge selbst über Salem (Massachusetts) abgehalten, während man die Existenz und die Funktion des MALEFIZHAUSES gerade einmal mit ein paar Nebensätzen am Rand streifte.

Damit komme ich zur nächsten Grotesque in dieser Erklärung: „Seit 180 Jahren sind diese grausamen Vorgänge Gegenstand der historischen Forschung und in der Erinnerung der Menschen.“

Wenn es wirklich so wäre, warum wurden denn dann eigentlich erst 2012 die „sensationell besuchten Hexenwochen“ abgehalten.

Wenn die grausamen Vorgänge wirklich seit 180 Jahren in der Erinnerung der Menschen wären - warum wusste dann bis zum Jahr 2008 „kein Schwein etwas davon?“ Warum hat in den ganzen 180 Jahren NIEMAND ein Buch oder irgendeine Publikation darüber verfasst? 

Ausserdem dürfte mittlerweile bekannt sein, dass die Bamberger Gerichtsbarkeit, in eben jenem 18 Jahrhundert, alle Hexen-Akten vernichten wollte … Dummerweise hatte ein geschichtsbewusster Bürger diese Akten aber entdeckt und den Rest davon aufgekauft. Sonst wären nämlich alle Beweise restlos verschwunden und wir wüssten gar nichts von dem damaligen Massenmord … passiert ist er deswegen trotzdem.

Fragen Sie doch einfach Herrn Oberbürgermeister Starke selbst, wann und wo er das erste Mal von dem geheimnisvollen Malefizhaus informiert wurde. 

Oder noch einfacher: Bei welcher Gelegenheit haben Sie - liebe/r Leser/in - das erste Mal von dem katholischen Haus des Horrors in der Franz-Ludwig-Strasse und dem 1000-fachen Massenmord gehört? 

Die ungeschminkte Wahrheit wurde erstmals im Jahr 2008 durch uns öffentlich gemacht, und die einzige Institution, die uns jemals geholfen und inspiriert hat, diese Justizmorde gegen alle Widerstände aus dem Erinnerungsschatten zu befreien, war die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSSCHUTZ in Bonn.

In einem TV-Beitrag hat OB Starke im BR 2012 erklärt, dass man in Bamberg „ehrlich mit dem Thema umgehen würde“ … ich würde gerne wissen, wie er sich dann fühlen wird, wenn er am 2. August den oben aufgeführten Text in die Kameras und Mikrophone der internationalen Presse sprechen wird. 

Trotzdem gibt es in Bamberg noch immer genügend Menschen, die sich nicht von der rückständigen Haltung einiger Politiker abschrecken lassen: Der Bürgerverein Mitte hat mich sogar schriftlich zu dieser Zeremonie eingeladen: „Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie (als derjenige, der in Bamberg den Stein ins Rollen gebracht hat) zur Einweihung kommen würden.“

Ich weiss die aussergewöhnliche Ehre dieser Einladung wirklich sehr zu schätzen und bedanke mich auch von ganzem Herzen dafür, … aber wenn diese reaktionäre Erklärung des Stadtrates nicht abgeändert wird (wovon ich leider ausgehen muss) dann verzichte ich lieber … 

Das hat dann für mich auch nichts mit gelebter Erinnerungskultur zu tun und ich empfinde es als inakzeptable Schande für die verbrannten Opfer, die sich nicht gegen diese erneuten Reinwaschungsversuche von ein paar unseriösen Beamten wehren können.

Aber selbst wenn ich dann eben nicht nach Bamberg fahre … ein Kamerateam ist bereits gebucht und so werden Sie, als interessierter Leser, auf alle Fälle bei dieser einmaligen Zeremonie dabei sein. 

Versprochen!

————
Chronologische Liste aller Städte in Deutschland, die seit 1993 eine moralisch-ethische Rehabilitation der Opfer ausgesprochen haben. 

1 1993 Winterberg / NRW, Stadt, kath. und ev. Kirche 6 Opfer
2 1996 Idstein / Hessen 1 Opfer
3 2002 Kammerstein, 2003 - 1 Opfer
4 2007 Eschwege / Hessen, Stadt und ev. Kirche 2 Opfer
5 2008 Fulda / Hessen 250 Opfer
6 2010 Hofheim a.T. / Hessen 11 Opfer
7 2011 Rüthen / NRW 59 Opfer (169 ?? )
8 2011 Hilchenbach / NRW 18 Opfer
9 2011 Hallenberg / NRW 43 Opfer
10 2011 Sundern / NRW 1 Opfer
11 2011 Menden / NRW 89 Opfer
12 2011 Werl / NRW 73 Opfer
13 2011 Suhl / Thüringen 72 Opfer
14 2012 Bad Homburg / Hessen 76 Opfer
15 2012 Detmold / NRW 21 Opfer
16 2012 Lemgo / NRW 200 Opfer
17 2012 Rheinbach / NRW 70 Opfer
18 2012 Köln / NRW 33 Opfer
19 2012 Meiningen / Thüringen 86 Opfer
20 2012 Osnabrück / Niedersachsen 250 Opfer
21 2012 Büdingen / Hessen 400 Opfer
22 2013 Soest / NRW 67 Opfer
23 2013 Freudenberg / NRW 18 Opfer (oder 23 )
24 2013 Rehburg-Loccum / Niedersachen 33 Opfer
25 2013 Lutherstadt Wittenberg / Sachsen-Anhalt 21 Opfer
26 2013 Datteln / NRW 130 Opfer
27 2014 Horn-Bad Meinberg / NRW 47 Opfer
28 2014 Trier/ Rheinland-Pfalz. 400 Opfer
29 2014 Dortmund / NRW 25 Opfer
30 2014 Stadt Schleswig / SHS 38 Opfer
31 2015 Lippstadt / NRW 29 Opfer
32 2015 Blomberg / NRW 5 Opfer
33 2015 Wemding / Bayern  59 Opfer
34 2015 Rottweil / Baden-Württemberg  266 Opfer

Insgesamt 2885 Opfer geteilt durch 34 Städte  = 84,8 Opfer / Stadt 

In Bamberg wurde mit ca. 1000 Opfern der Durchschnitt ca. 11,8 mal übertroffen.

P.S.: Im folgenden Protokoll wird laufend das Datum verwechselt … das liegt nicht an mir, denn das PDF ist natürlich im Original aus dem Rathaus am Maxplatz - ob der Beschluss deswegen gleich komplett ungültig ist, kann Ihnen nur ein Verwaltungsfachmann erklären … Pfusch isses in jedem Fall:

Hier ist der Link zum Sitzungsprotokoll des Bamberger Kultursenats:


























Mittwoch, 22. September 2010

Update und Zivilcourage




"Die Schätze, die wir suchen, sind geschichtliche Erkenntnisse." so sprachs der Stadtarchäologe Pfaffenberger vor Kurzem.

Unter dem Motto stand wahrscheinlich auch die Podiumsdiskussion "KOMPETENZ AM DENKMAL", die am 20.September in Bamberg statt fand … (keine Satire-Veranstaltung).


In Anbetracht der traurigen Tatsachen lassen wir doch lieber einen anderen Ex-Bamberger sprechen: denn Claudius Seidl meinte zum Thema Denkmal in der FAZ:


"Und am schlimmsten ist es in den schönsten Städten, in Bamberg beispielsweise, wo keine einzige Bombe auf die Altstadt fiel, weshalb dort Barock neben Barock steht und jedes zweite Haus ein Wirtshaus ist, wo das gute fränkische Bier getrunken wird, und am Tag des offenen Denkmals trinkt man eben noch zwei Halbe mehr und imaginiert sich eine Vergangenheit, die ungefähr so aussieht, dass fröhliche Franken seit tausend Jahren in den Wirtshäusern sitzen und Bier trinken und sich dabei behaglich fühlen. Auch hier heißt es: bloß nicht denken.

Denken verdirbt die Laune, und wenn einer die fröhlichen Trinker daran erinnert, dass die schöne Stadt eine Welthauptstadt der Hexenverfolgung und -verbrennung war, kriegt er kein Bier. Und hat auch sonst nichts zu lachen."



Und während man in "der Traumstadt der Deutschen" von offizieller Seite weiterhin den Deckel der Vertuschung auf der wahren Stadtgeschichte hält, wurden im Internet bereits mehr als 400.000 Videos von "JOHANNES JUNIUS" angesehen. Das sind aktuell um die 1000 Abrufe - pro Tag.

Jeden Tag erfahren also mehr und mehr interessierte Menschen, dass mit der öffentlich proklamierten Geschichte Bambergs "etwas nicht stimmt."

Sollte Sie also auch der Meinung sein, dass es wünschenswert wäre, endlich auch von offizieller Seite zu hören, wie man sich die weitere Zukunft angesichts von 2 Millionen ahnungslosen Touristen pro Jahr vorstellt, dann zeigen Sie Zivilcourage und senden den unten Stehenden Antrag ausgefüllt an die Stadt Bamberg.

Weitere infos:

http://www.facebook.com/dasZOB?ref=ts


Das Geld der Touristen wird natürlich gerne genommen - die Wahrheit wird verbogen - wir leben im Zeitalter der Aufklärung ... Fremdschämen?

Donnerstag, 26. August 2010

Es kommt nicht immer auf die Größe an …


sondern auf den Inhalt.

Heute wurde das dritte Exemplar einer neuen Stadtzeitung namens ZOB veröffentlicht,



dass Sie hier gerne herunterladen können.





Egal ob Sie nun ein Bamberger Leser sind, oder gar nichts mit dieser Stadt "am Hut haben", aber wenn Sie sich für die historische Aufarbeitung der örtlichen Hexenverfolgung interessieren, dann werden sie durch dieses Magazin in nur 3 Ausgaben mit mehr historischen Informationen versorgt, als Sie bis dato jemals in der Bamberger Tagespresse (FT - Fränkischer Tag Bamberg) über diesen Massenmord an ca. 1000 unschuldigen Bürgern lesen konnten.

Diese Behauptung lässt sich ganz einfach nachprüfen, indem man sich z.B. in das On-Line-Archiv dieses Verlages einloggt und nach dem MALEFIZ HAUS sucht …


Was den Inhalt des aktuellen Artikels Bamberg hält Geschichtsbewusstsein unter der Ladentheke betrifft: es sind ein paar Zitate abgedruckt, die man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen muss.

Darüber wird noch zu Reden sein …






Donnerstag, 1. Oktober 2009

Morgen um 10:30 beginnt die offizielle Aufarbeitung der STADT BAMBERG



... denn folgendes passiert im Büro des zweiten Bürgermeisters Hipelius:



Medieninformation der Stadt Bamberg pt 39a / 2009
18.09.2009

Aktueller Termin


Freitag, 2. Oktober 2009

10.30 Uhr Bamberg, Rathaus Maxplatz, 1. Stock, Zi.-Nr. 107
Vorstellung des Flyers „Zu Bamberg wird gebauet für die Hexen ein Hauss den Hexen dafür grauet – Hexenprozesse im Hochstift Bamberg 1595 – 1631“ durch Bürgermeister Werner Hipelius, Tourismusdirektor Andreas Christel und dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Robert Zink

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Allein die Existenz eines solchen "Flyers" ist lange überfällig und deshalb: Respekt.

... aber zuerst sollte man das Elaborat auch gesehen haben ... ein PDF-Download wäre wünschenswert.

Sonntag, 2. August 2009

Mittwoch, 6. August 2008

Heute vor 380 Jahren wurde Johannes Junius verbrannt

Entweder fand die Verbrennung unseres langjährigen Bamberger Bürgermeisters und Ratsherrn in Zeil am Main statt, oder in Bamberg auf dem Schönleinsplatz, der sich im Jahr 1628 noch außerhalb der Stadtmauern befand und einer der Richtplätze für Hexen in Bamberg war.

Es gibt in der gesamten Epoche der Hexenverfolgung kaum ein Schicksal, dass so komplett dokumentiert ist, denn neben den Akten der Inquisitionskommission gibt es ja bekanntermaßen den "Juniusbrief", das Portrait des MALEFIZ HAUS, die Besagungslisten und die Verhörprotokolle.

Mit einem Klick auf das computer generierte Bild von Johannes Junius kommen Sie auf eine YOUTUBE-Seite, die mehrere Videos zum Fall MALEFIZ HAUS anbietet.






Weiterhin haben wir im Internet ein Lizensfreies Buch entdeckt, das wir dem interessierten Leser gerne empfehlen und zum Download anbieten.

"GESCHICHTE DER HEXENPROZESSE" von Dr. Wilhelm Gottlieb Soldan wurde erstmals im Jahre 1843 veröffentlicht.

Damit ist dieses Buch urheberrechtsfrei, von GOOGLE sorgfältig gescannt und vollkommen legal zum Download freigegeben (ca 26 mb).

http://books.google.be/books?id=FCYSAAAAYAAJ&pg=PA260&dq=malefizhaus&hl=fr#PPA260,M1

Das gescannte Exemplar stammt aus der HARVARD COLLEGE LIBRARY und ist trotz der altdeutschen Schrift relativ einfach lesbar. Vieles war schon bekannt, trotzdem haben sich durch dieses Buch weitere Grausamkeiten der Bamberger Inquisition offenbahrt, die Sie ja dann gerne selbst nachlesen können.