Samstag, 20. Oktober 2007

Weltkulturerbe: die Definition



"Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet." So steht es geschrieben in den Statuten der U.N.E.S.C.O., der Organistation, die das kulturelle Erbe unserer Menschheit schützt und "verwaltet".

Bamberg hat seit 1992 den Status "WELTKULTURERBE" - aber anscheinend gilt das ja lediglich für einen Teil des ERBES - wo bleibt das Andenken für über 1000 Tote Bürger, die der Inquisition zum Opfer fielen - es gibt weder einen Strassennamen, noch ein Mahnmal ....


Ich habe ein paar Helfer, von denen mir Einer eine kleine Auswahl an historischen Büchern zum Studium überlassen hat: alte Chroniken der Stadt Bamberg aus den Jahren 1899 - 1903 - herausgegeben von "BAMBERGER TAGBLATT". In diesen Büchern wird die Geschichte der Hexenverfolgung in einer Art und Weise beschrieben, die ich als ziemlich neutral und vollständig bezeichnen möchte (Auszüge gibt es in den nächsten Posts).

Die Frage, die sich aufdrängt: wann ging das WISSEN um diese historischen Ereignisse verloren? Und wer ist dafür verantwortlich?

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Die Halsgerichtsordnung von 1507 - die BAMBERGENSIS


war das erste offizielle Strafgesetzbuch in Deutschland - herausgegeben von Johann Freiherr zu Schwarzenberg aus Bamberg, dem Reichsstatthalter Kaiser Karls V.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Originalexemplar der BAMBERGENSIS aus dem Jahr 1570 in der Hand. Allein der Geruch und die Haptik ergeben ein leichtes Gefühl des Schauderns - die Texte sind zu 90 % verständlich - es geht ums Vierteilen, Verbrennen, Rädern, Zunge herausreissen, das Reissen mit glühenden Zangen, etc. etc.

Meine persönliche Umfrage nach dem MALEFIZ HAUS hat in der Stadt nach einer Woche folgendes Ergebniss: von den bis jetzt befragten 96 Menschen (allesamt BAMBERGER) habe ich bereits 2 Leute getroffen, die Informationen über dieses Foltergefängnis hatten: einer war eine älterer Mann, der die Hexenführung der Nürnberger Universität mitgemacht hatte - der andere ein Lektor einer Bamberger Verlagsanstalt.

Niemand anderes konnte mit diesem Begriff etwas anfangen - und es hat alle Befragten interessiert, denn eigentlich wollte wohl jeder genauere Informationen über die wahre Vergangenheit unserer Stadt: gefragt habe ich 2 Architekten, einen Richter am Landgericht Bamberg, einen Symphoniker und ansonsten in erster Linie Geschäftsleute und Freunde.

Bis mein Flieger geht, werde ich weitere Personen ansprechen - das Ergebnis gibts dann - natürlich auf diesem Blog und da diese Abstimmung noch bis September 2008 läuft, kann jeder interessierte Besucher dieser Seite, seine Stimme zu dieser Umfrage abgeben.