Montag, 5. Oktober 2009

Die offizielle Aufarbeitung ... und ihre Fehler


Am vergangenen Freitag wurde erfreulicherweise ein Flyer im Bamberger Rathaus vorgestellt, der erstmals ansatzweise eine Erklärung für diesen vergessenen Massenmord der katholischen Inquisition zu vermitteln versucht.

Download Link zum Flyer

Trotzdem würde ich gerne etwas dazu anmerken und habe zur Sicherheit einen Rechtsanwalt und einen Historiker konsultiert: die letzten 10 Gefangenen wurden nach der Aktenlage erst im Februar 1632 frei gelassen - und mussten deshalb auch die Urfehde schwören (keine Rache am Gericht, Schweigen über die Folterhaft).

Da diese 10 Angeklagten alle unter der Anklage der Hexerei eingefangen wurden und deshalb im MALEFIZ HAUS interniert waren (teilweise mehrere Jahre), sind die Prozesse also definitiv nicht schon im Jahr 1631 beendet gewesen - sondern erst 1632.

Es wäre schön, wenn diese Fakten zumindest in der zweiten Auflage korrigiert werden würden.

Trotzdem: ein erster hoffnungsvoller Schritt zur Aufarbeitung der wahren Geschichte der Stadt Bamberg - weiter so.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Morgen um 10:30 beginnt die offizielle Aufarbeitung der STADT BAMBERG



... denn folgendes passiert im Büro des zweiten Bürgermeisters Hipelius:



Medieninformation der Stadt Bamberg pt 39a / 2009
18.09.2009

Aktueller Termin


Freitag, 2. Oktober 2009

10.30 Uhr Bamberg, Rathaus Maxplatz, 1. Stock, Zi.-Nr. 107
Vorstellung des Flyers „Zu Bamberg wird gebauet für die Hexen ein Hauss den Hexen dafür grauet – Hexenprozesse im Hochstift Bamberg 1595 – 1631“ durch Bürgermeister Werner Hipelius, Tourismusdirektor Andreas Christel und dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Robert Zink

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Allein die Existenz eines solchen "Flyers" ist lange überfällig und deshalb: Respekt.

... aber zuerst sollte man das Elaborat auch gesehen haben ... ein PDF-Download wäre wünschenswert.

Montag, 14. September 2009

Drei gute Nachrichten und eine schlechte



Wer sich für das Phänomen der Hexenverfolgung interessiert, der hat noch bis zum 2.Mai 2010 die Möglichkeit, die erste umfassende Ausstellung zu diesem Thema zu besuchen: das historische Museum der Pfalz Speyer hat gestern die Ausstellung: Hexen - Mythos und Wirklichkeit eröffnet.

Im Umfeld dieser Ausstellung wird es viele Veröffentlichungen geben und somit wird in Deutschland erstmals in einem größeren Öffentlichen Rahmen die Geschichte der Hexen und Hexenjäger in einer Ausstellung präsentiert, die auf 2000 qm 600 Objekte ausstellt.

Weitere Links und Artikel zu dieser Ausstellung werden wir hier in Zukunft präsentieren.

http://museum.speyer.de/de/histmus/ausstellungen/aktuell/Hexen/

In Zeil am Main wurde im Stadtrat am 26. Juli 2009 der Beschluss verabschiedet, ein "Informations- und Dokumentationszentrum zur Hexenverfolgung" zu errichten - direkt neben dem Stadtturm im Stadtzentrum von Zeil.

Wie Bürgermeister Christoph Winkler erklärte, werden ca. 90 Prozent der Investitionssumme von 500.000 € aus öffentlichen Fördergeldern finanziert.

Auch über dieses ambitionierte Aufklärungs-Projekt werden wir unsere Leser und Abonnenten in diesem Blog in Zukunft umfassend informieren.



In Bamberg wurde in der vergangenen Woche nach 12-jähriger Planungsphase das MULTI-DEVELOPMENT-Projekt beerdigt. Vor 11 Monaten wurde es im Stadtrat von Bamberg verabschiedet aber durch die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise wird der Bauträger nicht länger in der Lage sein, dieses ambitionierte Innenstadt-Projekt zu verwirklichen.

Somit gibt es weder die geplante "Kulturgrube" noch die Chance am Originalstandort des MALEFIZ-HAUS eine Gedenktafel oder gar eine Museums-Installation für die Märtyrer der katholischen Inquisition zu errichten.


Wenn Sie dieses Thema wirklich interessiert, dann können Sie die nächsten 8 Monate nach Speyer fahren, oder eben noch etwas warten und dann in Zeil am Main das Dokumentationszentrum besuchen.


Oder aber ... Sie erkunden das MALEFIZ HAUS virtuell ... schon in wenigen Tagen wird auf der Website www.malefiz-haus.de die erste interaktive virtuelle 3-D- Rekonstruktion des schlimmsten Folter-Gefängnisses der frühen Neuzeit eingestellt -

seien Sie gespannt und abonnieren Sie dieses Blog - und/oder das YOUTUBE-Profil von "johannesjunius".

Sonntag, 2. August 2009

Samstag, 16. Mai 2009

Rockstars machen Geschichte ...


in mehrfacher Hinsicht, denn beim Konzert der TOTEN HOSEN am 12. Mai 2009 eröffnete der Sänger und Schauspieler Campino dem verdutzten Bamberger Publikum profunde Geschichtskenntnisse über die "Traumstadt der Deutschen", die wohl den wenigsten der meist jugendlichen Konzertbesuchern bekannt waren.

Und mit dieser Aktion hat Campino ein eindeutiges Zeichen gesetzt - als Botschafter einer Wahrheit, die in Bamberg systematisch zensiert und seit Jahren verleugnet wird.

Das nennt sich Geschichtsklitterung.

Es wird hier niemanden verwundern, dass der Artikel über das Konzert in der einzigen Tageszeitung (FT, Bamberg) nicht mit einem Wort darauf einging, was einer der einflussreichsten deutschen Rockmusiker zu den Zuständen in Bamberg zu sagen hatte.

Was damals passiert ist, war einzigartig grausam in ganz Europa - doch das ist ca 380 Jahre her. Viel schlimmer ist es, dass im Bamberg des Jahres 2009 immer noch kein Platz zu sein scheint, um eine einmalige Epoche der deutschen Sozialgeschichte anständig aufzuarbeiten.

Alles weitere erfahren Sie mit einem Klick auf den Button: Zensur in Bamberg Teil 2.

Das Video vom Konzert finden Sie hier:
http://www.youtube.com/watch?v=TYKhx0ZgqKU