Powered By Blogger

Montag, 27. Januar 2014

„Die Chronologie der Vertuschung“.

Buchkritik: 

„Hexenprozesse und Hexenverfolgung« im Hochstift Bamberg: Eine vorläufige Bilanz“

und  „Die Chronologie der Vertuschung“.          




Schon bevor man das offizielle Werk aus seiner Klarsichtverpackung befreit, gibt es die erste Irritation, denn der Herausgeber ist kein Mensch, sondern es versteckt sich jemand hinter dem Begriff: Stadt Bamberg!

Macht man sich die Mühe bei AMAZON nach weiteren Städten zu suchen, die ebenfalls literarisch tätig sind, so findet man keinen weiteren Treffer. Upps - Jawoll - Bamberg und das Alleinstellungsmerkmal - da ist es wieder.

Erst im Impressum wird der wahre Verfasser dieses Buches erwähnt; es ist die Leiterin des Pressebüros der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar („USI“). Anscheinend hat der Mumm nicht dazu gereicht, diese Tatsache auch auf das Cover zu drucken - aber - gleich wird es noch seltsamer, denn der Untertitel „Eine vorläufige Bilanz“ verheißt ebenfalls nichts Gutes.

Für die Presse wird dieses Buch als das Produkt einer hochkarätigen Expertenkommission gepriesen, deren Mitglieder sich angeblich seit Jahren mit dem ungeliebten Thema beschäftigen und bereits im Jahr 2012 bei den Bamberger Hexenwochen mit großem Erfolg referiert haben. Offensichtlich ist man sich dann aber doch nicht wirklich einig, denn wenn dieses Buch - ca. 370 Jahre nach den begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit - eine „vorläufige Bilanz“ darstellt, dann darf es ja maximal weitere 370 Jahre dauern, bis man seitens der Herausgeber in der Lage sein wird, eine „ENDGÜLTIGE BILANZ“ um die vertuschten Massenmorde der katholischen Inquisition in Bamberg zu erstellen.

Das Hardcover-Buch ist mit 193 Seiten und vielen Abbildungen aufwendig produziert und wurde finanziert von der Oberfrankenstiftung, der Stadtsparkasse Bamberg und der Stadt Bamberg - ein persönliches Risiko ist hier also niemand eingegangen - so lässt es sich natürlich entspannt arbeiten.

Von Seite 140 bis Seite 173 findet man aber seltsamerweise Informationen über die protestantischen Gebiete in Süd-Thüringen, insbesondere aus Schmalkalden. Deshalb können Sie als Leser diese 30 Seiten komplett vergessen, denn sie haben nicht das Geringste mit den Bamberger Hexenverbrennungen zu tun und dienen wohl einzig dem Zweck zu verdeutlichen: „Nicht nur die heimischen Katholiken haben jede Menge Hexen verbrannt, sondern auch die Protestanten.“

Man könnte jetzt alle fachlichen Fehler heraussuchen und präsentieren, aber das dauert mir, ehrlich gesagt, zu lange - ich beschränke mich auf das Wichtigste.

Größter fachlicher Fehler: Im gesamten Text wird nicht aus einer Zeile ersichtlich, dass für die dritte und größte Welle der Verbrennungen von 1627 - 1630 ein lokales Zentgericht zuständig war, das die ca. 600 Todes-Urteile dieser Epoche aussprach - und dieses Zentgericht tagte ohne Zweifel in den unteren zwei Doppelräumen im Malefiz Haus in der heutigen Franz Ludwig-Strasse.

Über der Eingangstür stand in Stein gemeisselt ein Spruch von VERGIL aus der „Aeneis“, was man durchaus auch ohne Lupe auf dem Original-Kupferstich erkennen könnte: „Discite iustitiam moniti et non temnere divos!“ (Übersetzt: Lasst euch das eine Ermahnung sein, das Recht zu lernen und die Götter nicht zu missachten.)

Über dieser Inschrift stand auf der Mitte des Portalsockels eine ca. 130 cm große Statue der Justizia mit Waage und Schwert. Die doppelt vorhandenen Gerichtsräume waren, dem Plan nach, beheizt, hatten jeweils einen separaten Raum um die Zeugen von Hinten an den gefesselten Angeklagten heranzuführen und eine dieser als „Stuben“ beschriebenen Gerichtsräume hatte sogar eine eigene Toilette.

Um diese Informationen zu erkennen und in einem Aufklärungsbuch wieder zu geben, bräuchte man keine hochkarätige Expertenkommission, sondern lediglich „guten Willen“, um bei der Aufklärung der Massenmorde möglichst jedes wichtige Detail darzustellen und wer jetzt argumentiert: „Das ist doch nicht so wichtig, dass sich da auch ein Gerichtsstandort im Malefiz Haus befand,“ dem ist nicht mehr zu helfen.

Dieser FAUX PAS spricht für sich selbst und verdeutlicht ganz klar, dass dieses Buch nicht existiert, damit man die bestmögliche Erklärung für die Massenmorde des 17ten Jahrhunderts präsentieren könnte, sondern es stinkt penetrant nach dem verzweifelten Versuch, etwas zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist: Die Stadt Bamberg hat sich nur durch den Druck des Bayerischen Fernsehens, der überregionalen Print-Medien - und selbstverständlich nach der OB Wahl 2012 - dazu hinreissen lassen, die Themenwochen zur Hexenverbrennung im Oktober 2012 abzuhalten. Wir dagegen sind schon im Jahr 2008 für die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz öffentlich in „den Ring gestiegen“ und wurden bereits damals vom Pressebüro auf der Website der Stadt Bamberg zensiert.

Innerhalb der zwei Themen-Wochen im Oktober 2012 wurde seitens der „Expertenkommission“ erneut unvollständig informiert - erkennbar an dem vorliegenden Buch, das extra zur Dokumentation dieser Hexenwochen entstanden ist. Dafür gab es aber weitere Peinlichkeiten im Programm, wie die protestantischen Hexenverbrennungen von Saalem (Massachusettes) - die abendfüllend am 17. Oktober 2012 thematisiert wurden und wiederum absolut nichts mit dem Hexenwahn in Bamberg zu tun haben.

Obwohl das offizielle Buch von „USI“ als Dokumentation der Themenwochen verstanden werden will, hat man zumindest diesen „Saalem-Abend“ dann aber doch lieber nicht dokumentiert - obwohl er definitiv statt gefunden hat: Das war der „Herausgeberin“ dann wohl anscheinend etwas zu peinlich … Sorry dafür, Professor Mark Häberlein - Ihr Vortrag war offensichtlich nicht dokumentationswürdig und wurde der Selbstzensur geopfert.

Weiterer Quellen-Fehler: 
Jeder Bamberger kennt bestimmt das große Haus mit der Wallensteinpassage in der Langen Strasse. Dieses Gebäude gehörte im 17ten Jahrhundert dem reichsten Bürger der Stadt: Bürgermeister Georg Neudecker. Er starb nach mehrjähriger Haft im Malefiz Haus und wurde nicht verbrannt, wie Heimatpfleger Dippold fälschlicherweise behauptet, sondern im Geheimen verscharrt. Wenn man schon auf Dr. Britta Gehm referiert, dann sollte man deren Forschungsergebnisse auch kennen.


Die Chronologie der Vertuschung 
(in umgekehrter Reihenfolge aufgelistet)


Kommen wir jetzt zu den zahlreichen Formulierungen (z.B.:Schaum vor dem Mund), die dem Leser dieses Buches vorgaukeln sollen, dass in Bamberg „niemals etwas vertuscht wurde“. Davon gibt es gleich mehrere und ich kann mich nur wundern, dass sich Erwachsene, die teilweise sogar das Diplom einer Universität haben erblöden, diese Sätze auch noch schriftlich von sich zu geben.

Im Buch der Stadt Bamberg wird jede Menge Fachliteratur zum Thema vorgestellt - sogar die Romane werden aufgeführt, die nur mäßige historische Relevanz haben - allerdings wird ein Buch nicht einmal im Ansatz erwähnt und das heißt „Die Hexenbrenner von Franken - die Geschichte eines vertuschten Massenmordes“, welches Oberbürgermeister Starke am
30. November 2012 öffentlich und mit Bild im „Fränkischen Tag“ vorgestellt hatte, weil es eben das erste Werk war, das sich überhaupt mit dem grausamen Malefiz Haus und den einzigartigen Foltermethoden befasst, die man sich nur in dieser Stadt ausgedacht und angewandt hat.

Dafür sind wir wirklich dankbar, Frau Siebenhaar, denn somit kann selbst „der letzte Idiot“ in dieser Stadt erkennen, dass Sie hier Ihre korrupten Finger im Spiel haben und da wir ja schon seit 2008 regelmäßig von Ihnen zensiert wurden, ist diese Tatsache der eindeutige Beweis dafür, dass wir als Einzige auch die Tatsachen ansprechen, die manche Menschen - vorzugsweise die „ewig Gestrigen“ - immer noch nicht in Bamberg hören wollen.


Der Tag des offenen Denkmals am 8. September 2013

Motto: Unbequeme Denkmäler. 

Obwohl über 1000 Besucher an diesem Tag den Domherrenhof besucht haben und sich dort unsere HEXENBRENNER-Präsentation angesehen haben, wurde dieses Event nicht mit einer Zeile in der lokalen Presse nach bearbeitet und auch im Rathausjournal nicht besprochen, obwohl alle anderen „unbequemen Denkmäler“ zusammen nicht einmal die Hälfte unserer Besucher hatten und Oberbürgermeister Andreas Starke unsere aufwendig produzierte Ausstellung persönlich mit einem Grußwort eingeweiht hatte.


Die Sitzung des Kultursenats der Stadt Bamberg am 14 Juli 2013

Diese Kultursenatssitzung im Bamberger Rathaus ist immer noch eine „geheim gehaltene Veranstaltung“, denn die in dieser Sitzung erneut beschlossene Ablehnung der moralisch ethischen Rehabilitation der über 1000 Justizmorde (mit 9 zu 5 Stimmen) wurde ebenfalls weder in der Presse noch im Rathausjournal besprochen, obwohl sogar eine Vertreterin der einzigen Tageszeitung (Jutta Behr-Groh)bei dieser Sitzung anwesend war. 


UNESCO-WELTERBE-Tag, 20 Jahre Welterbe Bamberg, am 2. Juni 2013

An diesem Jubiläum wurde zwar „ein Riesen-Fass aufgemacht“ mit internationalen Besuchern, Festrednern, eigenen Aufführungen, etc. -  sogar eine 44-seitige Broschüre wurde aufwendig gedruckt - allerdings wird auch in diesem Werk nicht mit einer einzigen Silbe der Massenmord des 17.ten Jahrhunderts oder dessen Ursachen und Auswirkungen erwähnt.


2003 Bamberg bewirbt sich zur UNESCO-Kulturhauptstadt Europas 2010

Im Jahr 2003 bewarb sich die Stadt Bamberg offiziell als „Kulturhauptstadt Europas“ und investierte 100.000 Euro allein in das Dossier der Ausschreibung, das von einer Bremer Unternehmensberatung erstellt wurde. 
Innerhalb dieser Ausschreibung finden Sie nicht ein einziges Wort über die Bamberger Massenmorde - denn im Zeitraum von 1597 bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hat sich - dieser Ausschreibung nach zu urteilen - gar nichts relevantes im Hochstift Bamberg ereignet.

Das es dann doch nicht zur Kulturhauptstadt gereicht hat, hängt vielleicht sogar mit dieser Vertuschung zusammen … dafür wurde damals das „Jeansmuseum in Buttenheim“ gleich auf der ersten Seite dieser Ausschreibung als kulturelles Highlight präsentiert … so wird Fremdschämen zu Standard-Disziplin.


Bamberg wird zum Welterbe UNESCO 1993

Noch abstruser wird es dann 1991, denn in diesem Jahr bewarb sich die Altstadt von Bamberg - diesmal erfolgreich - bei der UNESCO als Welt-Erbe-Standort. 

Auch dafür wurde extra ein Nominierungsdossier erstellt, welches ebenfalls nicht mit einem Satz auf die größten Hexenverbrennungen Europas eingeht. Hier ist die „Lücke“ der Informationen noch viel eklatanter: Sie reicht vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.


Wer allerdings einmal die STATUTEN der UNESCO studiert, weiss, dass diese weltweite Kultur-Organisation von ihren Partnerstädten vor allem Eines verlangt: Die Vermittlung von Informationskompetenz. 

Obwohl man in Bamberg voller Stolz mit dem Siegel der UNESCO weltweit um Touristen buhlt und viel Geld verdient, ist die moralische Instanz der Welterbe-Beamten leider auf dem Niveau der frühen Neuzeit stehen geblieben: Nirgendwo ein einziges Zeichen der Erinnerung an die über 1000 Ermordeten und somit hat kein Tourist eine reelle Chance, die wahre Geschichte Bambergs auch nur ansatzweise zu begreifen.

Der Hexenbrenner „Fuchs von Dornheim“ wäre wahrscheinlich stolz auf diese Menschen gewesen - meiner Meinung nach ist es spätestens jetzt an der Zeit, auch personelle Konsequenzen zu ziehen.


FAZIT

Da unsere langjährigen Forschungsergebnisse sogar in deutscher und englischer Sprache vorliegen, ist es ein Akt des Betrugs, wenn jährlich Millionen von internationalen Besuchern der Stadt dieses Wissen vorenthalten wird; von Menschen wie Ulrike Siebenhaar, die sogar die Dienstanweisungen ihres Oberbürgermeisters konterkariert, indem sie sich z.B. im August 2013 weigerte, die vom OB versprochenen Adressen der Welterbe-Stiftung herauszurücken. 

Doch der Gipfel ihrer Ignoranz ist die Tatsache, dass dieses Dame - nach eigener schriftlicher Aussage - nicht einmal in der Lage ist, ein iPad ordnungsgemäß zu bedienen … Sie ist sich nicht einmal zu schade, ein einmaliges neues elektronisches Multi-Touch-Buch zum Thema Hexenverbrennung in Bamberg schriftlich zu diskreditieren, indem sie behauptet, dieses Werk „würde ja sowieso nicht richtig funktionieren“.

Zensur wird in Bamberg nicht aus Dummheit begangen, denn schon seit 2008 sind der „USI“ alle relevanten Tatsachen durch uns bekannt gemacht worden, sondern die wiederholte Zensur ist willkürlich bzw. bösartig und mobbt wissenschaftliche Erkenntnisse wider besseren Wissens. 

"Dass das Thema vertuscht wurde ist eine irregeleitete Wahrnehmung. Sollte die Wahrnehmung der Verbreiter solcher Vorwürfe nicht irregeleitet sein, instrumentalisieren diese das schwere Thema unter Vorsatz." So klingt ein weiteres Original-Zitat eines der Protagonisten der Bamberger Vertuschungs-Kommission - der Name tut nichts zur Sache - und verdeutlicht ganz klar, dass auch dieser Mensch seinen Arbeitsplatz besser mit einer Zelle in der Bamberger Nervenheilanstalt eintauschen sollte. 

Am 16. März 2014 wird in Bamberg ein neuer Stadtrat gewählt werden. 

Deshalb appelliere ich an alle politischen Parteien: in den Jahren 1628 / 29 wurde fast der gesamte Rat des Hochstifts von Bamberg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wer sich dessen nicht bewusst ist, der sollte sich weder wählen lassen, noch sollten die Bamberger eine Partei oder Person ins Rathaus wählen, der die Massenmorde der katholischen Inquisition weiterhin negiert, denn diese Haltung ist ehrlos und eine blutige Schande für das WELTERBE der UNESCO.


Ralph Kloos

Autor und Produzent 


P.S.: Zwei Tage nach dem „Tag des offenen Denkmals“ hat man mir ein weiteres unbekanntes Gefängnisgebäude ( Hölle 7 ) in Bamberg anvertraut, das Niemand auf dem Kultur-Plan hat, obwohl es auch heute noch existiert. Das spricht ebenfalls Bände, denn ich habe wirklich nicht danach gesucht. 

Link: UNESCO-BAMBERG Bewerbung : http://whc.unesco.org/en/list/624/documents/


Link: HÖLLE 7: http://www.youtube.com/watch?v=JPIWadG6VF4 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Wir haben fertig!



Das ist vielleicht etwas salopp formuliert angesichts des Themas, aber nachdem wir uns jetzt knappe fünf Jahre den Schädel an der "Mauer des Schweigens" eingerannt haben, muss selbst das "letzte Depperla" einsehen, dass am Ende eben doch die Wahrheit gesiegt hat ... oder sie zumindest auf der Siegerstrasse ist. 

Keiner der Verantwortlichen bei der Stadt Bamberg dachte bei den Themenwochen zu den Bamberger Hexenverfolgungen (Oktober 2012) wohl im Traum daran, dass die breite Bevölkerung geradezu wie wild auf das angebotene Vortragsprogramm reagieren würde und deshalb jede Veranstaltung wegen Überfüllung wiederholt werden musste. Und plötzlich ist auch ganz konkret von einem Mahnmal für die Verfolgten die Rede, als hätte es nie den geringsten Zweifel an der Notwendigkeit zu dessen Errichtung gegeben. Moment mal - hatten wir in Sachen Mahnmal nicht bereits im Jahr 2008 bei OB Starke offiziell vorgesprochen?! 

Fakt ist: Die Bürger Bambergs wollen sich nicht weiter für blöd verkaufen lassen! Sie fordern Aufklärung über die wahren Umstände der Stadtgeschichte. Auch wenn manche Vorredner wie Rumpelstilzchen darauf herumhacken, dass in Bezug auf die Hexenverfolgungen niemals etwas vertuscht wurde, so wird sogar das eben erwähnte "letzte Depperla" stutzig und fragt sich, warum dann auf Seiten der Stadt auf einmal das große Bedürfnis nach Aufklärung entflammt ist, wenn doch angeblich niemals etwas vertuscht wurde. 

Es ist ein reichlich absurder Selbstverteidigungsgrund, wenn behauptet wird, dass die Akten seit ca. 1840 zum festen Bestand der Bamberger Archive gehören und von jedem Interessierten hätten eingesehen werden können. Dies zeugt meiner Meinung nach von einer nicht zu überbietenden Impertinenz. Wofür leisten sich Städte und Gemeinden denn Historiker, Denkmalpfleger und andere Wissenschaftler? Ganz einfach: Weil es einem Normalbürger gar nicht möglich ist, solche Akten zu entziffern, geschweige denn, sie in ihrer Gesamtheit richtig bewerten zu können. Sie sind in Sütterlin-Schrift und Altdeutsch, teilweise auch in Lateinisch verfasst und stehen als Zeitdokumente in einem Geflecht von Zusammenhängen, welches für Laien komplett undurchdringlich ist. 

Gerade weil gewisse Herren diesen in Deutschland einzigartigen Aktenbestand Bambergs ins Spiel bringen, erscheint es mir umso unverständlicher, dass man sich dann nicht schon viel früher mit dieser Materie beschäftigt hat. Und zwar in einer Form, die es auch einem Max Mustermann gestattet, daran teilzuhaben. 
Noch einmal: Dieses Thema ist in seiner historischen, gesellschaftlichen, aber auch in seiner zukünftigen Bedeutung zu wichtig, als dass es einem elitären Forscherkreis vorbehalten bleiben sollte, darüber zu bestimmen, ob die Öffentlichkeit, insbesondere die Bamberger Bürgerschaft, jemals davon erfährt. Es wäre spätestens seit 1840 die Pflicht der Bamberger Gremien gewesen, die Menschen über die Vergangenheit ehrlich zu unterrichten, anstatt es auszusitzen und zu tun, als würde das Thema keinen interessieren. Die jüngsten Berichterstattungen und der überwältigende Zuspruch an den Themenwochen zeigen das Gegenteil. 

Hinter den Kulissen, in den Amtsstuben Bambergs, so ahnen wir, sind nun all die feinen Amtsträger tierisch angepisst (man kann es einfach nicht treffender ausdrücken), dass da ein paar Computerfuzzis aus Mallorca schon 2008 für die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ einen Multi-Media-Vortrag abhielten, der selbst heute noch jeden einzelnen Beitrag der Bamberger Themenwochen bei weitem in den Schatten stellen würde. 

Diesen Menschen möchte ich folgendes mitteilen:
  • 1. Ich selbst war noch nie auf Mallorca - und will da auch gar nicht hin. 
  • 2. Wir hatten schon 2007 den Versuch unternommen, unsere Forschungsergebnisse der Stadt kostenlos zu überlassen. 
  • 3. Man hat uns dann schriftlich auf das Jahr 2016 vertrösten wollen. 
Offensichtlich haben wir jetzt also die unerwartet freudige Gewissheit, dass wir permanent "ALLES RICHTIG" gemacht haben. 

Deshalb ist es nun an der Zeit, diesen Blog stillzulegen - er hat seine Schuldigkeit getan - und bleibt natürlich für immer bei Google dokumentiert.

Die jüngsten positiven Entwicklungen zeigen, dass die jahrzehntelange Vertuschung nun endgültig vorüber ist. Jetzt könnte eine progressive Aufarbeitung beginnen und es dann vielleicht sogar eine Rehabilitierung der Opfer geben. Ein Mahnmal zumindest, so ist zu hören, sei jedenfalls beschlossene Sache. 

Es soll hier keine Sekunde bestritten werden, dass gewisse Personen schon seit Jahren wissen, dass es diese bestialischen Massenmorde gab und in welchem Ausmaß sie "vorgefallen sind". Dennoch müssen sich diese Personen aktuell der Tatsache stellen, dass das "ganz normale Depperla von nebenan" jetzt eben auch hinterfragt, warum man nicht früher davon erfahren durfte. 

Richtig kritisch wird es im Hinblick auf die zweitwichtigste Einnahmequelle der Stadt: 130 Millionen Euro haben die Gäste der Stadt im letzten Jahr eingebracht. Aber kaum einer von den 2 Millionen Touristen hat als Gegenwert die ganze Wahrheit der Geschichte Bambergs präsentiert bekommen ... im UNESCO-WELTERBE Bamberg. 

Zum offiziellen Programm der Themenwochen zur Hexenverfolgung haben wir folgende Anmerkungen zu machen:

Wenn ich meinem sehr verehrten Geschichtslehrer im Gymnasium dieses offizielle Programm in einer Arbeit über die Aufklärung der Bamberger Massenmorde abgegeben hätte, dann hätte er mir das Ding um die Ohren gehauen und eine schlechte Note erteilt. Er hätte das damit begründet, wie man sich in einer explizit als fundierte Themenwoche ausgegebenen Veranstaltung erdreisten könne, das einzigartige Kernstück der lokalen Massenmorde komplett im Programm zu negieren. 

Obwohl die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk das Malefizhaus als das grausame Alleinstellungsmerkmal der Bamberger Hexenverfolgung anerkennen, bringen es die so genannten hochkarätigen Aufklärer nicht fertig, dieses weltweit einmalige Foltergefängnis auch nur einmal im offiziellen Programm zu erwähnen. 

Soll das wieder der plumpe Versuch einer Zensur sein? Oder glauben ein paar wahrnehmungsgestörte Personen vielleicht sogar, dass sie mir "einen reinwürgen können", indem sie ihre eigene Aufklärungsoffensive zu einer traurigen Farce verkommen lassen? 

Der Youtube-Bildungskanal von Johannes Junius hat vergangene Woche die Eine-Million-Besucher-Marke überschritten. Das ist der eindeutige Beweis, dass das Thema die Menschen überall auf der Welt interessiert. Es handelt sich bei den Hexenverfolgungen schließlich um die größten nicht kriegsbedingten Massentötungen von Menschen. Und Bamberg war eine der absoluten Hochburgen dieses jahrelangen Wahnsinns. 

Zum Abschluss noch eine Sache: Mich persönlich stört es schon lange nicht mehr, wenn ich von Menschen zensiert werde, die meiner Meinung nach aus ihrem Job entfernt gehören. Der armselige Versuch, mit Guttenberg´scher Salami-Taktik die Bevölkerung zu verblöden, ist definitiv gescheitert. Was die persönlichen Angriffe auf meine Person angeht: Die sitze ich gerne bei Sonnenuntergang an einem einsamen Strand an der Westküste Fuerteventuras aus. 

Herzlichst

Ralph Kloos


PS

Unser mit langer Vorarbeit geplantes seriöses Museum in der Kirche in der Judenstrasse hat man uns ja leider sabotiert (Von wegen billige Effekthascherei und Gruseleffekte a la Hollywood oder Geisterbahn). 

Dafür eröffnen wir in wenigen Stunden das Virtuelle Museum zur Geschichte der katholischen Inquisition in Franken. Und ab Montag startet dann unser neuer Blog - wir laden Sie ganz herzlich dazu ein, die weitere Geschichte mit uns zu begleiten, denn wir sind die mit der GANZEN WAHRHEIT!

Wir bloggen weiter - ab sofort auf:


Samstag, 6. Oktober 2012

Die Vergebungsbitte des Erzbischofs in einer mathematischen Analyse


Damit sich ein jeder selbst sein Urteil bilden möge ...

In den Interviews der letzten Wochen reden Erzbischof Dr. Ludwig Schick und sein Sprecher, Domkapitular Dr. Norbert Jung wiederholt von der wichtigen Vergebungsbitte, die 2007 im Bamberger Dom während eines Vespergottesdienstes, u. a. für die Opfer der Hexenverfolgungen gepredigt wurde.

Der folgende Link führt auf die Webseite des Erzbistums Bamberg: Bitte laden Sie sich folgendes Wortprotokoll der Messe als PDF auf Ihren Rechner:


Wenn Sie dieses PDF-Dokument von allen kirchlichen Regie-Anweisungen und Überschriften bereinigen, dann bleiben exakt 2667 Wörter übrig, die vom Erzbischof und allen anderen Beteiligten während dieser Messe gesprochen wurden. Gebete und kirchliche Lieder haben wir nicht mitgerechnet.

Im ersten Drittel der Messe spricht ein Priester folgenden Satz:

Der Hexenwahn im Hochstift Bamberg kostete zu Beginn des 17. Jahrhunderts etlichen hundert Menschen das Leben.

Im gesamten weiteren Text ist weder das Wort Hexen, noch Hexenverbrennung, Verfolgung, Folter oder Gleichartiges zu lesen.

Dafür wird in drei von den fünf Kapiteln, die die Mitwirkenden danach persönlich vortragen, "DIE REINIGUNG DES GEDÄCHTNISSES" propagiert.

Herr Dr. Schick,
für mehr als 1000 von Ihrer Organisation verbrannte und malträtierte Menschen hatten Sie also in Ihrer nun zehnjährigen Karriere als Erzbischof - bis vor wenigen Wochen - gerade einmal 16 Wörter des Bedauerns übrig.

Das entspricht etwas mehr als einem halben Prozent der gesamten Messe.

Und Sie haben diese 16 Worte noch nicht einmal selbst ausgesprochen.

Montag, 1. Oktober 2012

Es ist vollbracht : )


Die aktuellen Themenwochen zur Hexenverbrennung in Bamberg hatten vor ca 500 Zuschauern am Freitag im überfüllten Saal der Volkshochschule ihren offiziellen Beginn.

Schnittchen und Drinks langten nur für die Hälfte der Zuschauer - man war also nicht auf dermaßen viele Bürger eingestellt, die an der Wahrheit über Bamberg interessiert sind. Das Thema kocht aber noch weiter.

Es gibt offensichtlich unterschiedliche Darstellungen, was die Entstehung dieser Aufklärungskampagne in Bamberg betrifft. Da können wir Ihnen helfen.

Jenseits aller Legenden kann man sich die wahre Geschichte der Aufklärung in Bamberg ganz einfach im Internet ansehen - z.B. auf der offiziellen Website der Stadt Bamberg - mit einem Klick zurück ins Jahr 2008.

Wenn dann noch Zweifel an der Urheberschaft bestehen kann eigentlich nur noch ein Arzt helfen.

Alles weitere erklären wir am 8.Oktober 2012 - dem offiziellen Beginn der zwei Themen-Wochen, die bis zum 21. Oktober dauern.

Bis dahin danken wir all den Leuten, die sich auf dem Bildungskanal von Johannes Junius über das Thema in Bamberg informiert haben ... heute nachmittag hat dieser Kanal die erste Million überschritten ... die Wahrheit hat gewonnen.





Montag, 6. August 2012

Heute vor 384 Jahren wurde er hingerichtet ...

Es ist der Todestag von Johannes Junius.

Hier können Sie den Brief anhören. (Dauer: 16:27 Minuten, Vorgetragen von Karsten Klaue) 


Dieses Schreiben wurde über mehrere Tage mit gefolterten Händen im Malefiz Haus angefertigt und
danach von den Bütteln des Hexenbrenners abgefangen.

Bürgermeister Johannes Junius hat der Stadt als Ratsherr und Bürgermeister mehr als 20 Jahre gedient, bevor man zuerst seine Frau Helena verbrannt hatte und danach ihn vernichtete.

Sein Schicksal ist durch die vorhandene Aktenlage bestens dokumentiert.

Frau Karin Dengler Schreiber hat im Jahr 2008 öffentlich geäussert, dass dieser Brief ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen werden sollte. Das ist ein bemerkenswerter Vorschlag ... was ist daraus geworden?


Freitag, 20. Juli 2012

nicht zuständig ?

es gibt da etwas klar zu stellen über die gestrige Sendung im Bayerischen Rundfunk - QUER

blog.br-online.de/quer/


Es ist wohl wirklich nur ein Missverständnis, denn es gab nie einen "ANONYMEN BRIEF". Wie dem Erzbistum und der Stadt Bamberg wohl bekannt, wurde dieser offene Brief von Herrn Dieter Potzel geschrieben. Im Endeffekt ist dieser kleine FAUX PAS aber unwichtig.

Interessanter ist da schon der Vergleich mit anderen Städten, die bundesweit in den letzten Jahren ihre Hexenprozessopfer rehabilitiert haben: da wurde in keinem Fall der höchste Staatsrepräsentant ins Spiel gebracht, sondern es wurde - weil es ja weder etwas kostet, noch weil es weh tut - rehabilitiert.

Aber klar - in der absoluten Hochburg der Hexenverfolgung - im UNESCO-Welterbe BAMBERG - da gibt es einen Sonderfall ???  Die Zeit wird zeigen, welche Geistesströmung die Oberhand gewinnen wird ...


Montag, 16. Juli 2012

Unsere Antwort an den Kultursenat der Stadt Bamberg

... vielleicht haben wir es einfach nicht gut genug erklärt? 


Deshalb möchten wir diesen Artikel zum Thema in der Tageszeitung vom 14. Juli 2012





mit diesem PDF beantworten:




Das angedeutete Buch wird im Sutton-Verlag vertrieben und wird im Herbst veröffentlicht.



mfg

RJK